Peter Alexander Christerer Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

Meine Erinnerungen an ein erfülltes und oft spannendes Leben

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#K07-01 Von Beruf Jurist und auch sonst....Teil 1mp3
Nun das 6. Kapitel endete -zumindest aus meiner Sicht- etwas dramatisch, aber ein ganz schlauer Mensch sagte einmal zum Thema Leben: „Es geht weiter!“ Yep, da hat er nichts Falsches gesagt. Deshalb gibt es hier auch ein Kapitel 7. Allerdings gebe ich keine Gewähr auf die richtige Chronologie in diesem Abschnitt, denn das war zeitweise ziemlich kompakt und komplex was da abgegangen ist.
Irgendwann in den späten 1990er Jahren, kam ich durch einen Kollegen an einen sehr bekannten Münchner Rechtsanwalt. Was dann in den folgenden Jahren geschah, überstieg sogar mein Vorstellungsvermögen. Allerdings werde ich weder Namen noch genaue Details nennen, denn dies könnte durchaus zu Schwierigkeiten und Problemen bei mir führen. Darauf verzichte ich gerne.

Zuerst war ich zuständig für die Programmierung von Briefköpfen für die Kanzlei, es gab zwei Teilhaber und ein paar angestellte Rechtsanwälte. Wie es kam weiß ich nicht mehr, doch irgendwann stellten wir fest, dass mein Potential auf einer ganz anderen Weise viel besser zu nutzen ist. So kam es, dass ich plötzlich Geschäftsführer von 3 Immobilienfirmen war. Denn juristische Belange waren für Herrn Professor Dr. …. eher zweitrangig und ich denke auch nicht, dass er dort die größte Kompetenz hatte, im Gegensatz zu manchen der angestellten Anwälte.
Das mit den Immobilien war einer millionenschweren gemeinnützigen Stiftung geschuldet, dessen Vorsitzender auf Lebenszeit der gute Mann war. Alleine was mit der Stiftung getrickst wurde, hätte ausgereicht, um Zellennachbar von Herrn Hoeneß im Gefängnis zu werden. Da wurden beispielsweise Börsen-Analysten oder Vorstände von Privatbanken zu Vorträgen über Finanzinvestments eingeladen und natürlich mit Stiftungsgeldern bezahlt. Nebenbei wurde versucht den meist sehr vermögenden Gästen beizubringen, dass NUR diese Kanzlei fähig ist, vernünftig Erbangelegenheiten zu regeln. Klar, dass auch die Stiftung die exorbitant hohe Miete der Kanzlei bezahlte, schließlich wurde der große Saal für kulturelle Veranstaltungen genutzt, hahaha. Alles furchtbar gemeinnützig, hahaha.

Korrekt hingegen war ein Vortrag, den der Vizepräsident des BND vor erlesenem Publikum hielt. Ursprünglich sollte diesen der Präsident und spätere Staatsekretär Dr. Hanning halten. Doch genau an diesem Tag fand ein Austausch von Leichen zwischen Israel und Palästinensern statt und die Israeli wollten unbedingt Dr. Hanning als Mittler. So kam es, dass der kleine Bäääda als Gastgeber auftrat und die Gäste begrüßen durfte. Da waren schon einige Politgrößen dabei, aber am meisten beeindruckte mich der alte Hans-Jochen Vogel, einer der wenigen SPDler die ich bewundere. Für Spannung sorgte das (von mir gewollte) Aufeinandertreffen des amerikanischen und russischen Generalkonsuls.
Natürlich gestaltete ich die Sitzordnung so, dass sie während des Vortrags nicht direkt nebeneinander saßen, doch ich kann sagen, der anschließende Smalltalk der beiden war sehr kurz und frostig. Nun die Veranstaltung war ein voller Erfolg -nicht nur wegen des exzellenten Büffets- und da ich 4 hochrangige BND Vertreter eingeladen hatte, war das später im Hauptberuf tatsächlich einmal hilfreich.
Die Einladung des russischen Generalkonsuls mit ihm Moskau zu erkunden, lehnte ich freundlich aber bestimmt ab. Dennoch meinte der Vizepräsident des BND mich daran erinnern zu müssen, dass ich nicht vergessen sollte, wer Freund und wer Feind ist.

Viel aufregender hingegen war teilweise das Immobilien Gewerbe. Der Stoff über diese Aktivitäten würde für ganzes Buch ausreichen. Drei exemplarische Vorgänge stelle ich kurz dar.
Der erste handelte von einem 3,4 Millionen teuren Objekt nahe der Donnersbergerbrücke in München. Das Haus selbst gehörte in irgendeiner Art und Weise dem Prof. Ich trat als Verkäufer auf und nahm meinen Ex-Kollegen zu einem Verkaufsgespräch in einem bekannten Münchner Café mit. Der Interessent kam und es entwickelte sich eine erfolgsversprechende Debatte. Als wir uns einig waren, ließ der Typ die Katze aus dem Sack. Er war selbst ein Immobilienmakler und hatte intensive Recherche zu diesem Objekt betrieben. Natürlich konnte er schnell eine Verbindung zum Eigentümer des Gebäudes und der Firma APIS, deren einzelvertretungsberechtigter Geschäftsführer ich war, herstellen. Diese Konstruktion war -jedenfalls zu dieser Zeit- rechtswidrig was die Provision und Maklergebühren anbelangt, und hätte empfindliche Strafen für den Prof. und mich bedeuten können. Eine Einigung mit dem Typen war dann etwas kostspielig und erst nach zähem Verhandeln möglich, aber immerhin ging es straffrei aus.

Für Teil 1 reicht es jetzt und der Rest dieser ganz speziellen Geschäftsverbindung wird in Teil 2 festgehalten.
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