Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K06-11 - Einmal Löwe, immer Löwemp3
Wie im vorherigen Beitrag geschrieben, war eine neue Frau an meiner Seite. Neben verschiedenen ernsthaften Schwierigkeiten -die Scheidung war sehr nervtötend- gab es ein schwerwiegendes Problem zwischen Christina und mir. FUßBALL! Während ich eher ein Fernseh-Fan war und immer die Meinung vertrat dass immer die 60ger gewinnen müssen -also auch im Derby- aber ansonsten immer eine bairische gegen nicht bairische gewinnen müssen und somit auch die Roten gewinnen dürfen, war Christina ein Löwen FANATIKER und FC Bayern München HASSER.

In kürzester Zeit gelang es ihr, mich davon zu überzeugen, sie ins 60er Stadion an der Grünwalder Straße zu begleiten. Natürlich in die Westkurve dem Hardcore Fan Bereich. Die Löwen spielten in der dritten Liga und manchmal war die Auslastung im Stadion schon arg niedrig. Doch dann kamen Wildmoser und Lorant und alles änderte sich. Im Nachhinein muss ich gestehen, es war schon eine schöne Zeit mit den ganzen Typen dort. Ob Kurti (I geh oba und schmier eam oane :-)), Christoph, Strowe usw. es war einfach geil.

Dann geschah das Unfassbare. Die Bundesliga Saison 1993/1994 begann mit einer herben Niederlage für die gerade in die 2. Liga aufgestiegenen glorreichen Löwen. Eigentlich rechnete jeder mit einem Kampf gegen den Abstieg und war froh, als sich schon früh abzeichnete, dass Dompteur Lorrant die Jungs im Griff hatte. Die Abstiegsangst war gebannt und etwas Euphorie machte sich breit. Wir kletterten immer höher in der Tabelle. Die Saison neigte sich dem Ende zu und es kam am letzten Spieltag tatsächlich zum showdown zwischen uns und dem FC Sankt Pauli um den 3. Aufstiegsplatz in die 1. Liga.

Punktgleich hatten beide ein Auswärtsspiel zu bestreiten. St. Pauli beim Vfl Wolfsburg und wir in Meppen. Als kleiner Vorteil für uns war das bessere Torverhältnis zu vermerken. Yoooo dann ging der Punk ab. Die Stadt Meppen hatte damals ca 30.000 Einwohner und bestimmt genauso viel Löwen Fans wollten die Mannschaft unterstützen. Soweit ich mich erinnere fasste das Stadion 16.000 Zuschauer und für unseren Verein gab es -eine absolute Ausnahme- 10.000 Karten. Diese waren innerhalb von Stunden ausverkauft. 4 davon (ich hatte damals gute Beziehungen zur Geschäftsstelle) gingen an Christina, Andrea, Reiner und mich. Denn für uns war klar, da sind wir dabei.

Ziemlich früh am Samstagmorgen starteten wir in München und nahmen die ca. 750km nach Meppen in Angriff. Und was soll ich sagen? Wir kamen ohne Probleme (bis auf Bandscheibenschmerzen bei mir) an und stellten fest, Meppen war fest in Münchner Hand. Im Stadion selbst kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auch nur ein Meppener anwesend war. Das Spiel begann sensationell mit einem Tor durch Peter Pacult bereits in der 3. Minute und spätestens von nun an war den Meppener Spielern klar, dass übermäßiger Ehrgeiz fehl am Platz wäre. Mein Jubelschrei (ich hatte ein kleines Radio dabei und verfolgte über Kopfhörer das Geschehen in Wolfsburg) in der 14. Minute als Wolfsburg in Führung ging löste leichte Irritationen aus. Aber als der Stadionsprecher diesen Spielstand bekannt gab, war nur noch die Hölle los.
Es blieb beim 1:0 und St. Pauli verlor 4:1, somit hatte der glorreiche TSV 1860 München den direkten Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga als erste deutsche Mannschaft überhaupt geschafft.
Obwohl die Löwenfans nicht gerade als harmlos bekannt waren, muss ich eines sagen: Respekt! Soweit mir bekannt gab es keinerlei Beschädigungen innerhalb der Stadt. Keine Schlägereien, keine Ausschreitungen durch Betrunkene usw. Auch im Stadion hielt bis zum Schluss die Parole: Blos keinen Spielabbruch provozieren, denn als klar war, dass der Aufstieg feststand kannte die Freude und Euphorie keine Grenzen mehr.
Dass nach Spielende das Tor abgebaut und zerlegt und dass der Rasen etwas gerupft wurde, das versteht sich von selbst. Diese Kosten denke ich hat unser Verein gerne übernommen. Die 750km Heimweg waren anschließend deutlich entspannter als die Anreise und auch hier gab es nach meiner Erinnerung keinerlei Probleme.

Das war jetzt sicher nicht die spannendste meiner bisherigen Geschichten. Doch ich kann nur sagen, dass es für mich ein Tag der besonderen Art war und ich sehr gerne daran zurückdenke. Wer das einmal miterlebt hat, vergisst es nie wieder. Meine Erinnerungen an Meppen sind seither absolut positiv. Was ich damals noch nicht ahnen konnte, ist, dass mir jemand aus Meppen kurze Zeit später sehr viel mehr schenkte als eine wunderschöne Erinnerung an einen grandiosen Tag. Doch davon ein paar Beiträge später.
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