Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#k06-07 - Die Welt des Glückspielsmp3

Schon immer vom Flair (zumindest was man im Fernsehen sieht) eines Spielcasinos fasziniert, entschied ich mich eines aufzusuchen. Trotz der Pleite mit meiner Teilhaberschaft -siehe vorherigen Beitrag- befanden sich schon noch einige DMärker auf meinem Konto und die mussten unters Volk gebracht werden. Natürlich war das Ziel ein paar Mark zu gewinnen und nicht zu verlieren.
Das mir bekannteste Spielcasino im Raum München befindet sich in der Gemeinde Bad Wiessee am Tegernsee. Also rein in den Kommunionsanzug und ab auf die Autobahn. Dort angekommen war ich zuerst einmal ziemlich enttäuscht! Nichts war's mit dem "James Bond Glamour", sondern eine unüberschaubare Anzahl der deutlich Ü60 jährigen war anwesend. Die Kleiderordnung war sehr locker gehandhabt, so dass selbst Strickwesten mit Ärmelschonern zu sehen waren.

Unvergleichlich ist allerdings der Blick auf den Tegernsee, wenn die Sommernacht beginnt. Die Landschaft rundherum ist schon ganz was Besonderes, einfach Bayern. Die Geräuschkulisse war hoch, denn die älteren Damen und Herren waren doch sehr aufgeregt und schnatterten was das Zeugs hielt. Zuerst dachte ich es handelt sich um einen Betriebsausflug eines Altersheims. Dennoch hatte es irgendetwas, was meine Neugierde und den "Jagdtrieb" weckte.
Schnell war mir klar, dass es mit dem Gewinn eher dem Zufall überlassen ist, wenn du einfach nur auf irgendwelche Zahlen oder Kombinationen setzt. Deswegen beobachtete ich die 1/3 und 1/2 Chancen. Dabei rechnete ich mir erheblich höhere Chancen aus und beschloss wiederzukommen. Lange Rede gar kein Sinn. In Wiessee versuchte ich "mein" System umzusetzen und stellte fest, dass ich dabei eine weitere Person brauchte. Meine 1. Ehefrau hatte diesbezüglich (außer am Gewinn) keinerlei Interesse, aber es war ihr -wie immer- völlig egal, wenn ich dazu andere Frauen (meist jung und sehr attraktiv) mitnahm. Nach einiger Zeit -ich fuhr inzwischen mindestens 1x pro Woche nach Wiessee- hatte ich eine "Stammbegleitung" in Form einer jungen sehr ansehnlichen lady, die zudem eine Kollegin war. Hier sei noch erwähnt, dass es zumindest damals (um 1990) für Mitarbeiter des BND streng verboten war, ein Spielcasino zu besuchen.

Leider war es wohl ein ewig andauernder Betriebsausflug, denn der Altersdurchschnitt war immer sehr hoch. Das wäre eigentlich nicht schlimm, doch leider hatten mehrere ältere Damen die Angewohnheit mich bei meiner Spielart zu beobachten und das auch zu kommentieren, denn die Einsätze waren oftmals sehr hoch. Als jedoch eine Dame neben mir gefühlt 25x relativ laut meinte "Leck mich am Arsch" sagen zu müssen, weil ICH gerade 12.000 DM verspielt hatte (was einen Gesamtverlust von 23.950 DM bedeutete), wusste ich dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, a) den Standort und b) das System zu ändern.

Beides war easy. Der Standort war künftig Garmisch-Partenkirchen und das System wurde auf einfache Chancen bei einem Einsatz von 500 anstatt 50 DM geändert. Bei dieser Summe wurde dann die Wiederholfrequenz von 3x auf 5x gesetzt. Das heißt übersetzt: 2 Leute beobachten alle Tische im Saal ob eine Chance (gerade/ungerade, 1-18/19-36, rot/schwarz) 5x hintereinanderkam. Sollte das der Fall gewesen sein, setzte ich auf die andere Farbe/Zahl 500 DM, dann 1000, dann 2000, bis 16000. Das Problem war, dass in Garmisch nur an einem Tisch 12000 ansonsten höchstens 8000 auf eine einfache Chance gesetzt werden durften. Auch hier kam dann die zweite Person zum Einsatz und setzte den fehlenden Betrag bis 16000 DM.

Das Altersheim war weiterhin da und ich wusste auch warum: In München am Hauptbahnhof fuhr ein "Zubringerbus" für lau am frühen Abend zu den Casinos und brachte sie gegen 23:30h wieder zurück. Da ich zum "arbeiten" immer nur unter der Woche hinfuhr und am nächsten Tag ins Büro musste, war es schwierig den Alten aus dem Weg zu gehen.
Fazit: Es war eine spannende Zeit! Das Flair ist zu einer bestimmten Zeit richtig gut, die Leute -Berufsspieler wie ich :-)- sehr interessant und ich hatte großartige Abende, denn wenn meine Arbeitskollegin nicht dabei war, ging es mit den Mädels vorher noch schön zum Essen und es waren immer sehr angeregte Gespräche. Meistens ging es dann noch auf einen Absacker zum Schauer Sepp nach Grünwald. Der Aufenthalt mit den Ladys im Casino war auch super, die Bar war gut und die Gäste dort sehr angenehm.

Was ganz klar für alle die es als Arbeit, als Beruf betrachteten war, dass Disziplin unabdingbar erforderlich ist. Du darfst bestimmte Prinzipien nicht vergessen, sonst wirst du auf Dauer verlieren. Die meisten Berufsspieler die ich kennenlernte (am Ende fuhr ich durchschnittlich 3x die Woche nach Garmisch) hatten ein monatliches Durchschnittseinkommen von 3-8000 DM und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln.
Meine Art zu spielen wäre sicher nicht auf Dauer durchzuhalten, denn es war schon anstrengend bzw langweilig ständig zu warten. Es ist ganz sicher nicht die Regel, dass eine einfache Chance häufig 5x mal kommt. Aber ich erlebte auch dass die Wiederholung 21X stattfand und ich bin leider beim 12X eingestiegen. Wenn ich verloren hatte waren immerhin 31.500 DM weg und das hieß ich musste 11 Abende erfolgreich abschließen bevor ich mir einen erneuten Verlust leisten konnte. 11X weil mein Prinzip war, dass nach 3.000 DM Gewinn bzw. wenn ich allein dort war nach 2.500 DM Schluss war. Das konnte schon (ist mir nur einmal passiert) nach 30 Minuten sein oder sich aber ziemlich lange hinziehen.
Auch wenn man es bei meiner Mentalität gar nicht glauben mag, aber über diese Zeit führte ich wie der ärgste Korinthenkacker Buch und kann sagen, dass es mehr oder weniger +- Null ausgegangen ist. Dabei wurden auch die 500,- DM für die Begleitungen bei Gewinn, das Benzingeld, die Spesen etc. eingerechnet. Na was willste mehr? Und wo lernst du schon Menschen kennen, die in ihre Sakkotasche greifen, eine Handvoll rechteckige Chips (1000DM) rausholen und auf den Roulette Tisch mit dem Kommentar "Ist doch alles nur Plastik" werfen. Spaß hat es gemacht und das ist was zählt!

Die nächste Geschichte ist weniger lustig, war aber eine sehr wertvolle Erfahrung in meinem Leben. Meine Zeit beim Blauen Kreuz.

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