Peter Alexander Christerer - Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Wenn Eier vom Himmel fallen mp3 hören?

Der Schichtdienst hatte durchaus Vorteile, insbesondere als die Kinder noch klein waren. Je nach Einteilung der Schicht kam ich relativ erholt nach Hause und hatte dann zwei volle Tage zur Verfügung. Natürlich gab es auch viel zu tun und insbesondere bestanden ja die Verbindungen zu dem Dachauer "Motorradclub" und den geschäftlichen Aktivitäten nach wie vor. Auch waren wir von den Aufträgen von Joschi noch nicht entbunden. Die gaben wir erst auf, als es zu einem ungutem Zuhälterkrieg mit Schusswaffen kam. Das war dann der richtige Zeitpunkt sich zurück zu ziehen.

Aber wie gesagt, es blieb viel Freizeit und wir suchten häufig den Hirschgarten auf. Wenn Angelika dabei war, verzog ich mich meist zu den Schachspielern ansonsten tobten sich die Kinder unter meiner Aufsicht aus. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich Tobias das Fahrradfahren beibrachte. Beeindruckend wie oft er es immer und immer wieder versuchte. Er gab trotz mehrere Stürze (natürlich auf eine Wiese) nicht auf und war so glücklich, als er den Bogen raus hatte. Corinna hingegen ist mir als wagemutig und risikofreudig in Erinnerung. Eines Tages besuchten wir meinen Bruder Max in St. Ottilien. Ich denke er war dort zur Berufsausbildung. Nach meiner Erinnerung waren auch Gerhard G. und Günter R mit dabei. Jedenfalls war Corinna zu der Zeit begeisterte 3-Radfahrerin und deshalb mussten wir es mitnehmen. Max führte uns innerhalb des Klosters umher und wie es halt so ist, quasselten die Erwachsenen und keiner achtete auf Corinna.

Diese war völlig unbekümmert losgedüst. Das Problem war nur, dass es eine abschüssige Straße war und Corinna immer schneller wurde, ohne selbst treten zu müssen. Als wir es bemerkten, war sie etwa in der Hälfte des relativ langen Weges angekommen und man sah, dass es nicht gut enden würde. Corinna hatte die Füße zur Seite gestreckt und das Dreirad hatte eine atemberaubende Geschwindigkeit. Die hatte ich dann auch, als ich aus dem Stand eine Beschleunigung hinlegte, bei der selbst Usain Bolt Schwierigkeiten gehabt hätte mitzuhalten. Das war auch notwendig, denn in allerletzter Sekunde, gerade als das Dreirad kippte, erreichte ich Corinna, die bereits im Fallen begriffen war, konnte sie an einem Oberarm fassen und nach oben reißen. Das war Glück, denn ein Sturz hätte viel Aua verursacht.

Zurück zum Hirschgarten. Eines Tages waren Tobias, Corinna und ich wieder einmal im Hirschgarten ohne Angelika. Alles easy, bis sich urplötzlich der Himmel seltsam färbte. Es war so eine Mischung aus tiefschwarz und hellgelb. Als auch noch Wind aufkam, packte ich die Kinder ein und wir begaben uns zum Parkplatz hinter dem Park. Gerade als wir in die Wotanstraße einbogen und Richtung Fürstenrieder Straße fuhren, platschte der erste fette Tropfen auf die Windschutzscheibe. Und 10 Sekunden später brach die Hölle los. Ein unvorstellbarer Starkregen begann und dann wurden wir mit Eiern verkleidet als Hagelkörner bombardiert. Meine Idee war, es noch in die Laimer Unterführung zu schaffen und dort zu warten, bis wenigstens der Hagel vorbei war. Es gelang mir auch, doch die Idee hatten auch andere.

Schnell war die Unterführung gefüllt mit Autos und es gab kein vor und zurück mehr. Es war eine schlechte Idee! Von beiden Seiten schoss das Wasser wie ein Sturzbach in den Tunnel und die riesigen Hagelkörner machten in Sekunden den Gulli dicht. Es war gespenstisch. Man hörte das Unwetter mit gewaltigem Donner draußen toben und im Tunnel entwickelte sich das Rauschen des Wassers zu einem ziemlichen Lärm. Die Kinder hatten Panik in den Augen und waren total verängstigt. Das verschlimmerte sich noch -und das war auch der Zeitpunkt, als bei mir die Nervosität ins Unermessliche stieg- als plötzlich eiskaltes Wasser durch die Türschlitze ins Auto eindrang. Binnen ganz kurzer Zeit füllte sich das Auto und das Wasser drohte bereits Sitzhöhe zu erreichen, als etwas geschah, was nach meiner Erfahrung extrem selten unter Autofahrern ist. ALLE machten das einzig Richtige und das obwohl das heilige Auto schaden nehmen konnte.

Irgendjemand veranlasste die vor der Unterführung stehenden Autofahrer mit ihren Fahrzeugen etwas zurückzufahren, so dass wir in der Unterführung Platz bekamen, wenden konnten und den Tunnel in gegengesetzter Richtung verlassen konnten. Denn ein Verbleib im Auto im Tunnel wäre schlecht für Leib und Leben geworden. Und so blieb es dabei, dass der einzige Schaden bei mir ein nasser Innenraum war, dafür hatten die Kinder und auch ich ein Abenteurer -auf das ich gerne verzichtet hätte- erlebt. Wer noch nie so etwas erlebt hat, soll jetzt nicht 9x klug irgendeinen Senf von sich geben, das war riiiichtig schneidig!

Nun ein paar Jahre zuvor, es muss wohl 1983 oder 1984 gewesen sein, spülte der Hagel dafür ein paar Geldscheine ins Portemonnaie. Auch damals gab es ein irres Hagelunwetter und seltsamerweise wurden sämtliche Autos, die in der Elsenheimer Straße geparkt hatten, beschädigt. Nur meines nicht. Doch auch wenn mein Gewicht damals noch nicht Elefantendimensionen hatte, mein Gedächtnis schon. Ich erinnerte mich an Gewichte für die Waage aus längst vergangenen Zeiten. Diese waren aus massiven Eisen, hatten unterschiedlich große Köpfe (je nach Gewicht) und befanden sich in Solln in der Garage von Opa. Yoooo, mal kurz mein Auto in die Garage gefahren, eine grobe Decke darüber geschmissen und mit Hammer und den auf den Kopf gestellten Gewichten mal mehr, mal weniger zärtlich das Auto bearbeitet. Es war so überzeugend, dass der Gutachter der Versicherung nicht den geringsten Zweifel an einem massiven Hagelschaden hatte und schon war wieder etwas Diridari in der Haushaltskasse.
So die nächste Geschichte wird eher nicht spannend, aber leider traurig.

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Maria Schrott