Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K05-04 - Verlorene Zeit - die Bundeswehr Teil 1mp3

Lange war ich nicht bei der Firma Tengelmann als Metzgergeselle beschäftigt, denn ich folgte dem Ruf des Geldes. Dies geschah durch Reinhold N. der als Bierfahrer bei Hacker Pschorr tätig war und deutlich mehr Cash in der Tasche hatte als ich. So kam es, dass ich im Oktober 1979 bei Hacker Pschorr als sogenannter Springer im Bereich München Stadt, da ich nur den Führerschein Klasse 3 (B) hatte, anfing. Yep, da kam Knete in die Tasche. Genauso rau wie der Metzgerberuf, nur etwas anstrengender.
Doch dann kam der Hammer! Bei meinem schlechten Musterungsergebnis durch das Kreiswehrersatzamt mit der Bewertung 3 mit Einschränkung (ab 4 wurde man zurückgestellt), dachte ich, dass es ewig dauern würde, bis ich zum Wehrdienst eingezogen würde. Nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen die Bundeswehr hatte (damals kannte ich den Verein noch nicht!), sondern dass ich damals wie heute es nicht ausstehen kann, wenn ich nach „Befehl und Gehorsam“ handeln soll und zusätzlich ging es schlicht und ergreifend um die Kohle. Da ich als Bierfahrer richtig ranklotzte, war das Einkommen beim Bund nur höchstens 10-15% des Bisherigen.

Der Einberufungsbescheid kam und da stand, dass ich mich am 02.01.1980 bei einer Kaserne in Murnau (Oberbayern) zu melden hätte und meine 15 Monate Wehrdienst anzutreten hätte. Sofort trug ich in meinem kleinen Taschenkalender den Spruch aus Ludwig Hirsch Song 1928 Dieser Tag sei in alle Ewigkeit verflucht“ ein und war geschockt.
Also meldete ich mich brav am 02.01.1980 bei der angegebenen Kaserne und das Chaos begann! Viele aufgeregte -zum Teil noch mit Restalkohol belastete- junge Burschen, total überforderte Bundeswehr Logistiker und völlig deplatzierte Unteroffiziere / Feldwebel, die meinten mit Geschrei kann man etwas verbessern, was schon völlig verkackt ist. Das Ende vom Lied an diesem Tag (gegen 16:00h Abfahrt) war, dass ich mit etlichen anderen in einem Bundeswehrbus ins ca. 200km entfernte Sigmaringen (Baden Württemberg) gekarrt wurde und dort die nächsten 3 Monate meinen Grundwehrdienst verbringen sollte. Es war tiefster Winter und ich musste mein Auto - jetzt steht für mich fest, ich hatte ZUERST den Simca und dann den BMW, somit ist die vorherige Geschichte eigentlich erst nach der Bundeswehr entstanden, aber so wichtig ist das nicht ;-) - einen altersschwachen Simca 1301/1501 auf dem BW Parkplatz zurücklassen und konnte mich fortan mit „Gelbfüssler“ rumschlagen.

Aber wie so oft im Leben hat das, was schlecht beginnt doch noch ein gutes Ende (und umgekehrt). Nach 5 Wochen kam ein Hauptgefreiter aus dem Geschäftszimmer zu mir und meinte (der mochte mich, weil ich ihm das Weißwurst zuzzeln beibrachte) ob ich Lust hätte schon nächste Woche zu meiner Stammeinheit in Starnberg versetzt zu werden und dort den Führerschein der Klasse 2 („C“) zu machen. Joooaaa Weihnachten und Ostern trafen zusammen und ab ging es 1 Woche später Richtung Heimat. Das war zusätzlich extrem wichtig, denn genau in dieser Woche begann für den Rest der Sigmaringer eine Winterübung (Biwak) in Stetten am kalten Arsch (äh kalten Markt) und das war nicht erstrebenswert.
Weitere 6 Wochen später hatte ich den Führerschein in der Tasche und wusste, dass nach der BW der Job bei Hacker noch mehr Kohle in die Kasse spülen wird.

So jetzt hieß es nur noch 12 Monate überstehen und das war schwieriger als ich dachte. Man kann es durchaus den Kampf vom Bäääda gegen die Obrigkeit nennen. Zumindest einen Kurzroman könnte ich über die Zeit beim 3. Luftlandefernmelde 9 Bataillon schreiben, aber ich belasse es bei für mich drei speziellen Vorgängen. Vorausschicken muss ich noch, dass wir eine Spezialkompanie waren, die einen sogenannten -rund um die Uhr besetzten- 5-Tonner vor der Türe hatte, der vollgestopft war mit Funkutensilien und als „echter“ Alarmposten galt. Innerhalb von 12 Monaten sollte jeder Mannschaftsdienstgrad 5x für jeweils eine Woche in diesem LKW im 24 Stunden Schichtdienst tätig sein. Ich denke, dass ich bis heute den Rekord halte, was die Strafbereitschaften anbelangte. Ich schaffte es neben den 5 regulären auf 17 weitere Wochenbereitschaften.
So wichtig war mir das nicht, denn schließlich fuhr ich -wenn keine Übung stattfand- ohnehin jeden Tag nach Hause und chronisch bankrott war ich zudem, das heißt Discobesuche am Wochenende waren schwierig.

Das Erste betrifft die Bundeswehr nur sekundär. Mein rechter Oberschenkel machte seit längerem Probleme und das war eine Spätfolge von der Verletzung wie in Faulheit wird bestraft! Teil 2 beschrieben. Ich hatte einen Narbenbruch und das wurde im BW-Teil der Klinik am Romanplatz nochmals operiert. Urplötzlich bekam ich Besuch von Angelika S. die lady beschrieben in Verhängnisvolle Isar Bekanntschaft. Die Beziehung war eigentlich längst beendet und ich weiß nicht (wahrscheinlich durch ihre Schwester Marion) woher sie überhaupt wusste, dass ich im Krankenhaus bin. Wie die Geschichte mit ihr weiterging steht in der nächsten Story, jedenfalls beeinflusste dies mein ganzes weiteres Leben.

Nun dass ich nicht der Klügste und eher einfach strukturiert bin, gebe ich ja zu. Aber selbst mir leuchtete z. B. nicht ein, welchen Sinn es haben sollte, von Montag - Freitag zu einem (der ganze Zug war damit beschäftigt!) Unimog zu gehen, in diesem jedes Schräubchen zu zählen, fest verschließen, um es am nächsten Tag zu wiederholen, ohne dass jemand das Fahrzeug auch nur berührt hatte. Klaro dass ich meinen Unmut darüber kundtat, was dann meistens eine DIN A 4 Seite Ausarbeitung nach Dienst zur Folge hatte.
Einmal kann ich mich erinnern, half mir mein Bruder Otto. Dann lieferte ich eine Ausarbeitung vom Feinsten ab, mit solch dämlichen Fragen ob ein Soldat (1980!) bei Regen mit unter den Schirm darf, wenn er sich in Damenbegleitung befindet oder nicht. Gleichzeitig gab ich eine förmliche Beschwerde ab, denn wir schrieben, dass ich länger als 60 Minuten gebraucht hätte und das wäre nicht zulässig. War fetzig, aber nicht die beste Idee! Denn beim nächsten Mal musste ich nach Dienstschluß Pause machen, Abendessen empfangen, danach 1 Stunde ruhen und dann unter Aufsicht vom UvD (Unteroffizier vom Dienst) 60 Minuten Ausarbeitung schreiben. Dass ich nur 2 Zeilen schrieb, war unerheblich, jedenfalls dauerte es deutlich länger als ich für das Abschreiben einer DIN A4 Seite gebraucht hätte.

Weiter geht es zum Finale bei "Verlorene Zeit - die Bundeswehr Teil 2"

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