Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K04-07 - It’s partytime Teil 1mp3

Langsam näherte sich die Freizeitheim Zeit dem Ende zu und es kristallisierten sich verschiedene Gruppierungen heraus, die ich subjektiv so kategorisieren möchte: die Kriminellen, die Trinkfesten, die Braven. Warum ich in allen drei Gruppen ziemlich präsent war, kann ich heute nicht mehr sagen.
Auf die „Kriminellen“ Zeit -mit schrägen Typen wie Richard „Ritschi“ S, Karli, Jacki, Tachi u.a.m.- hätte ich gut und gerne (auch wenn es sich meistens um eher „kleinere“ Delikte oder Körperverletzung handelte) verzichten können. Eines kann ich jedoch zu 100% sagen: Auch wenn ich häufiger mit „Tachi“ und ein paar seiner Kumpels in einschlägigen Establishments wie in der damals existierenden Disco „between“ in der Seitzstraße unterwegs war, im Gegensatz zu „Tachi“ handelte ich niemals mit Rauschgift. Schon immer verachte ich Dealer, die harte Drogen verkaufen. Die Trinkfesten und die Braven hatten hingegen -wie in der Mengenlehre- ein paar Überschneidungen.

Erstere hatten ihre Heimat im Strasser Stüberl gefunden und die Disco Besuche fanden überwiegend im „Forum“ Germering oder „Atlantis“ auch „das Schiff“ genannt in Gröbenzell statt. Die Alkohol Exzesse waren schlimm und es grenzt an ein Wunder, dass uns nie etwas Ernsthaftes passiert ist. Aber es gibt mir schon zu denken wie leichtfertig und verantwortungslos wir damals handelten. Auch die Filmrisse sind bedenkenswert. So wachte ich einmal am späteren Sonntagvormittag auf der Rücksitzbank im VW-Käfer von Bernhard K., dessen Eltern ein Reihenhaus in der Tessiner Straße besaßen auf und hatte eine ziemlich geschwollene Nase und Oberlippe.
Erzählt wurde mir später, dass ich im Forum so dämlich gewesen sei, einen der „alten“ Aubinger Rockerbosse ziemlich massiv anzumachen und dabei ganz schnell schlafend zu Boden gegangen bin. Nur mit Mühe konnte eine Riesenschlägerei zwischen Fürstenriedern und Aubingern verhindert werden. Sorry keinerlei Erinnerung weder damals noch heute.

Sehr gut erinnern kann ich mich noch an den 18. Geburtstag von Günter N. Allerdings nicht warum wir im Pfarrheim der St. Matthias Kirche in Fürstenried starteten. Es war sehr lustig aber auch extrem Alkohol lastig. Natürlich musste ich, der „Superheld“, wieder einmal meine Trinkfestigkeit beweisen und trank 2x hintereinander jeweils 0,5l Rotwein auf Ex. Sozusagen zum warm werden, dümmer geht’s nimmer. Irgendwann war die Party im Pfarrheim zu Ende und dem Bruder von Günter, Reinhold „Ritter“ N. fiel ein, dass er in der „Fregatte“ -einer Disco an der Sonnenstraße in Stadtmitte- noch eine halbe Flasche Whisky im Kühlschrank hatte.
Wer die 1970er in Deutschland nicht mitmachte, weiß nicht wovon ich spreche und kann es sich auch nur schwerlich vorstellen. Sex, drugs & rock’n roll war keine Floskel und selbst im spießigen Dorf München, roch es -wie heute in Berlin- an jeder Ecke nach Halli Galli und Sex.
Ob Jungs oder Mädels es war immer partytime und es waren nicht nur die Jungs die „immer“ wollten, nööö die Mädels wurden weder vergewaltigt noch zu irgendetwas gezwungen, sie wollten es einfach genauso.

An diesem Abend war allerdings saufen angesagt. Und so holte Reinhold seinen Ford Capri und wir (Reinhold N., Günter N., Gürkan U. und ich) fuhren Richtung Innenstadt. Überflüssig zu erwähnen, dass Reinhold als Fahrer genauso sturz betrunken war wie wir alle. Und dann geschah etwas, was wohl nur zur damaligen Zeit möglich war.
Auf der Rückseite am Parkplatz des damaligen Messegeländes auf der Schwanthaler Höh, war kollektives Pinkeln angesagt. Alle außer Reinhold wackelten in erbärmlichen Zustand zur Abzäunung und versuchten ihre Notdurft zu erledigen. Dabei bin ich mir nicht sicher ob es nur Pinkeln war, das wir von uns gaben. Irgendwie musste ja auch im Magen Platz für Nachschub geschaffen werden, so dass etwas „Bröckerl Lachen“ vielleicht auch dabei war.
Mitten während dieser wichtigen Tätigkeit, hörten wir ein Auto bremsen und ich sah aus den Augenwinkeln, dass direkt neben dem Auto von Reinhold die „Grünen“ also Polizei hielt. Reinhold war vorher schon ausgestiegen und hatte beide Arme aufs Autodach gelegt und darauf seinen Kopf gebettet.

Einer der Schandis bewegte sich -es war ihm sofort klar, dass es sinnlos wäre mit einer der 3 jämmerlichen Gestalten zu sprechen- zu Reinhold und es entwickelte sich folgender Dialog:
S: „Was ist denn da los?“
R: „Nichts besonderes, mein kleiner Bruder ist 18 geworden“
S: „Die sind aber ganz schön breit“
R: „Man wird ja blos einmal 18, aber heim hätten sie nicht mehr gefunden, deshalb haben sie mich angerufen.“
S: „Ah so DU bist sozusagen der Chauffeur“.
R: „Genau“
S: „Dann pass bloß auf, dass nichts passiert und fahr vorsichtig“
R: „Mach ich“
Der Polizist (ich gehe davon aus, dass er 1 ¾ Augen zudrückte, denn dass der Promillegehalt von R. jenseits von Gut und Böse war, dürfte er sicher bemerkt haben) trollte sich und wir konnten ohne Probleme unsere Fahrt fortsetzen. Die Ankunft bei der Fregatte stellte nur kurzfristig ein kleines Problem dar, denn dem Türsteher gefielen meine Turnschuhe nicht und er wollte nur mich nicht reinlassen.

War eine dumme Idee von ihm, denn als er ein paar Stufen weiter unten ankam und ich über ihn stieg um in den Discoraum zu gelangen, war ihm klar, dass man sich manchmal besser nicht mit volltrunkenen Jugendlichen einlässt. Wir wurden nicht rausgeschmissen, weil es a) eine rauhe Zeit damals war und b) jeder Discobetreiber auf Typen die UNTER der Woche Geld da ließen scharf war. Gürkan und ich verließen vor den N. brothers die Fregatte, denn schließlich musste ich gleich zu arbeiten beginnen und Gürkan war inzwischen am Limit angelangt. Über die Taxifahrt verliere ich kein Wort, denn da hatten wir uns beide nicht mit Ruhm bekleckert.
Jetzt folgt Teil 2 mit den „Braven“.

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