Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Das Gartenhaus als mp3 hören?
Jetzt kann ich es ja zugeben, was ich zu meiner „aktiven“ Gartenhaus Zeit niemals getan hätte: Ja die erste Zeit war es mir etwas unheimlich, so ganz alleine in dem Häuschen. Nicht weil ich Angst vor den bösen Räubern oder ähnlichem gehabt hätte, nöööö wegen den Geräuschen rund ums und im Haus.
Da waren im Dachboden und ich glaube auch in den Wänden die Mäuse und deren Trippeln und Scharren hörte sich strange an. Aber richtig gruselig waren die Igel, direkt hinter meinem Fenster. Dort war ein Treppenaufgang zum Keller und ein schmaler Grünstreifen, in welchem das herunter gefallene Laub vom Nachbargarten rum lag.

Wer schon einmal die Geräusche der Igel beim Schnackseln hörte, der weiß wovon ich spreche. Das hört sich echt an wie ein Mensch, der in den letzten Zügen liegt und röchelt. Schauriger geht es nimmer! Vor allem dauerte es ein Weilchen bis ich das zuordnen konnte, denn die Übeltäter machten es nicht auf dem Präsentierteller, sondern taten es gut versteckt. Vielleicht war es ja eine in der Igel Szene bekannte Örtlichkeit für secret love.
Doch auch bei meinen Freunden war das Häuschen außerordentlich beliebt. Permanent sturmfreie Bude, endlos laute Musik und zumindest, was Wurst und Würstchen anbelangt, immer genug Verpflegung, weil ich den Schlüssel zur Wurstküche der Metzgerei und zum Laden hatte. Somit waren Besuche von meinen Freunden zu JEDER Nachtzeit vorprogrammiert. Teilweise zog ich es vor, prophylaktisch im Keller in der Badewanne oder auf dem Dachboden zu schlafen, denn an Schlaf war bei den Besuchen meist nicht mehr zu denken.
Einmal jedoch leisteten sich Hannes L. und Günter N. eine gegen mich gerichtete, üble Sache! Irgendwann, als ich mich im Tiefschlaf befand wurde ich lautstark von den beiden geweckt. Das überwinden des Gartentors bei der Einfahrt stellte keinerlei Problem dar und meine Zimmertüre war eigentlich immer unverschlossen.
Die Jungs hatten offensichtlich ziemlich Hunger, denn sie forderten nachhaltig etwas zu essen. Keine Ahnung warum ich mich an diesem Tag weigerte. Wahrscheinlich war ich betrunken oder einfach zu müde, um aufzustehen. Je massiver ihre Einschüchterungsversuche wurden, desto sturer wurde ich.

Das Ende vom Lied war, -ich lag im Bett- dass Günter N auf meinen Beinen saß und Hannes L auf meinem Oberkörper, bewaffnet mit einer Dose brauner Schuhcreme (wie die in mein Zimmer kam, ist ein ungeklärtes Rätsel!). Er bemalte mein Gesicht, dass jeder Indianerstamm vor Neid erblasst wäre und folterte mich damit, bis ich dem Wunsch nach Verpflegung nachgab. Wer solche gewalttätigen Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!

Günter N. war damals ohnehin ein sehr schlagkräftiger junger Mann. Eines Nachts führten wir ein bilaterales Gespräch, ganz sicher mit hoch geistigem Inhalt. Günter auf der durchgewetzten Couch sitzend, ich gegenüber in einem ebenso abgenutzten Wohnzimmersessel. Zwischen uns befand sich ein rechteckiger, mit allen nur erdenklichen Gegenständen überladener Wohnzimmertisch. Das fing mit besagter Schuhcreme an, gefolgt von Prinzenrollenkeksen, hin zu Getränkeflaschen, Gläsern, Tellern etc. und hörte noch lange nicht bei diversen Nahrungsmitteln auf. Kleinigkeiten wie Brösel oder schmutzige Teller usw. müssen nicht extra erwähnt werden, das war Usus.
Jedenfalls saßen wir dort und in erster Linie tranken wir irgendeinen billigen Whisky. Selbst Ballantine Fusel war damals Luxus. Irgendwann, beide waren wir bis zu Oberkannte Unterlippe abgefüllt, wiederholte sich eine Szene mindestens 5X. Günter brachte seinen Oberkörper in eine senkrechte Position, sah mich mit sehr ernstem Blick an und sagte in einer nur schwer verständlichen Ausdrucksform : „Bäääda jetzt trinke ich meinen Whisky aus und dann gehe ich heim“.
Er nimmt ein auf dem Tisch stehendes, geöffnetes mit scharfem Senf gefülltes Glas, setzt an und wundert sich, dass nichts rauskommt. Verblüfft sieht er das Glas an, stellt es wieder ab, wendet seinen Kopf zu mir und fängt wieder an, über die Probleme dieser Welt zu labern.

Wie gesagt, exakt identisch wiederholte sich das mindestens 5X. Beim letzten Mal bringt er seinen Oberkörper in eine senkrechte Position, sieht mich mit sehr ernstem Blick an, kippt zur Seite und binnen einer Sekunde schnarcht er was das Zeugs hält. Jetzt war es an mir verblüfft zu sein und ich muss gestehen, leicht überfordert war ich schon.
Fürsorglich wie es seit jeher bin, nahm ich seine Beine und brachte sie auf der Couch zum Liegen. Dann kam eine weniger herausragende Idee. Ich wollte Günter von seinen Cowboy Stiefeln befreien, denn darin zu schlafen ist nicht so prickelnd. Also ziehe mit beiden Händen an dem ersten seiner Stiefel und bekam im nächsten Moment mit voller Wucht den Absatz von seinem Zweiten auf meinem Handrücken zu spüren. So heftig, dass ich mit einer schmerzhaften Schwellung drei Wochen lang an diesen feucht fröhlichen Abend erinnert wurde. Günter hingegen wachte deswegen nicht einmal auf und brabbelte im Schlaf weiter vor sich hin. Wahrscheinlich träumte er gerade, er sei John Wayne. Klaro dass sich Günter an diese Peinlichkeit überhaupt nicht erinnern konnte und sogar meine Aussage in Zweifel zog.

Auf jeden Fall gab es im und ums Gartenhaus viele schöne Ereignisse, mit viel Freude und lustigen Späßen. Diese Zeit möchte ich nicht missen und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen konnte.

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