Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Herbert und der Kühlschrank als mp3 hören?
Zuerst muss ich feststellen, dass mir die genauen Zeitdaten in den Jahren 1975 -1978 weder was Monat noch Jahr anbelangt, zu 100% geläufig sind. Alles was passierte war zu viel und kam zu schnell hintereinander. Aber da ich noch nie ein Pedant war und es auch nicht werden möchte, kann ich gut damit leben.
Als sich heraus kristallisiert hatte, dass ich dringend einen Kühlschrank brauchte, schließlich wollte ich ja weitestgehend autark von der restlichen Familie sein, ging die Sucherei los. Schmales Budget, kein Auto und keine Vorstellung davon, wo so ein Teil neuwertig auf der Straße liegen könnte.

Natürlich bat ich auch meinen guten Freund Herbert um Hilfe, zudem er ja auch Nutznießer von dem Ding war. Nun Herbert war schon immer auf den Flohmärkten dieser Welt zuhause und fragte sofort nach den wesentlichen Fakten wie Höhe, Breite, Gefrierfach etc. und natürlich wollte er den absoluten Höchstpreis den ich hinblättern konnte wissen, schließlich war Herbert ein Meister im Feilschen. Doch als er 50 DM (und das war schon mehr als ich eigentlich hatte) hörte, machte sogar er ein wenig optimistisches Gesicht.


Tage, nein Wochen tat sich nichts, ein Kühlschrank zu diesen Konditionen war einfach nicht aufzutreiben. Mal zu hoch, mal zu breit, meistens zu teuer. Aber auf Herbert war Verlass! Von ihm kam die erlösende Botschaft - und ihr lieben Leute immer schön daran denken: 1976 war nix mit Handy, WhatsApp oder Facebook & co. -, dass er einen passenden Kühlschrank für mich hätte. Höhe, Breite, Zustand alles passt, nur ein kleines Problem hat es gegeben.

Trotz intensiver Bemühungen sei es ihm (Herbert) nicht gelungen, den Preis unter die absolute Höchstsumme von 50 DM zu drücken. Aber er hätte dafür erreicht, dass der Kühlschrank frei Haus geliefert wird. Nachdem wegen der erfolglosen Suche der vergangenen Wochen der Frustfaktor ohnehin schon ziemlich hoch war, war mir das inzwischen egal. Also wie üblich ein paar Leute angefixt um die Kohle zu bekommen und ich gab Herbert das go zum Kühlschrank Kauf.

Dann kam der Tag der Tage! Ich wollte schon eine Eingabe an den Bundestag um einen weiteren Feiertag zu bekommen machen, sozusagen als „Tag des Kühlschranks“. Am späten Nachmittag sollte das Teil geliefert werden. Natürlich hatte ich Herbert - so wie es unter Gaunern und Halunken nun mal üblich ist - das Geld schon ausgehändigt und wir standen erwartungsfroh an der Auffahrt zu meinem Häuschen.
Urplötzlich hörte ich den Sound eines mir bekannten Autos. VW Variant genau so ein Vehikel fuhr Hannes, der Bruder von Herbert. Wow meine Achtung für Herbert stieg ins Unermessliche! Er hatte wohl organisiert, dass Hannes den Kühlschrank abholt und zu mir bringt.

Chapeau! Ein Hoch auf Herbert! Zügig fährt Hannes in die Einfahrt, stoppt das Auto, steigt aus und kuckt mich ziemlich entgeistert an. Folgender Dialog entstand:
„Servus Bäääda“ „Griaß di Hannes“ „Ja hätte ich gewusst, dass DU den Kühlschrank willst, hätte ich keine 20 DM verlangt“ „Wieso 20 DM, ich habe Herbert 50 DM gegeben.“ Beide Köpfe bewegten sich ruckartig in die Richtung in welcher Herbert noch vor 30 Sekunden stand. Nichts, Nada, Nothing, gähnende Leere! Herbert war verschwunden und wurde an diesem und ich denke auch am nächsten Tag nicht mehr gesehen. Heute, ca. 42 Jahre später muss ich gestehen, das war ein Meisterwerk, vor allem die Geheimhaltung!

Und wie sollte es anders sein, auch bei der nächsten Geschichte spielt Herbert die Hauptrolle.

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Ein schmerzhafter Spaziergang