Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K04-01 - Ein ehrenwerter Berufmp3

Nun war es endlich soweit, dass ich am 01.09.1975 mit der Ausbildung zu meinem absoluten Traumberuf - Metzger - beginnen konnte. In einem neuen hellblauen Jeansanzug (als einziger) wurde zusammen mit meinem Lehrmeister und Vater, die Anmeldung an der Berufsschule für Metzger vorgenommen. Was war ich stolz, als ich in meiner Metzgerjacke am Abend neben meinem Vater zu Fuß in die Tessiner Straße einbog. Ich fühlte mich so erwachsen!

Was folgte waren drei spannende Jahre mit teilweise dramatischen und auch sehr schrecklichen Ereignissen. Wir standen jeden Morgen sehr früh auf, ganz besonders (03:00h) wenn wir in die Wurstküche nach Solln fuhren um dort Würste zu produzieren. Aber auch sonst ging es früh zur Sache, täglich Schlachthof, anschließend zur Metzgerei im Herzen von München, in die Damenstift Straße.

Ob im September 1975 schon feststand, dass wir mit dem Geschäft und auch Privat nach Solln ziehen würden und dort den Laden vom verstorbenen Opa wieder zu eröffnen, weiß ich nicht mehr.
Erinnern kann ich mich noch gut an die oftmals grimmige Kälte frühmorgens und wie lange es dauerte bis das Auto endlich warm wurde. Kaum warm, musste ich sofort wieder in den Eiskeller von Wurstküche. Ganz schnell war meine Lieblingsaufgabe den großen Wasserkessel zu heizen, damit wenigstens die Finger etwas Wärme abbekamen.

Der Tagesablauf war Routine - Ausbildung und Verkauf und meistens schickte mich mein Vater ab 13:00h Uhr bis ca 16:30h in die Mittagspause, die ich in der Wohnung im Hinterhof in der 2. Etage verbrachte. Natürlich musste ich mir die Zeit vertreiben, denn so müde war ich auch nicht, dass ich die ganze Zeit verschlafen konnte. Also las ich meistens Roman Heftchen, bei Krimis bevorzugt „Jerry Cotton“, bei Western „Lassiter“. Diese Romane werden im nächster Beitrag noch relevant.
Ab 16:30h begann das Abendgeschäft. Schon nach kurzer Zeit lies mich mein Vater den Wurstverkauf erledigen und natürlich standen täglich umfangreiche Reinigungsarbeiten und Vorbereitungen für den nächsten Tag an. Gegen 18:30h schlossen wir den Laden und fuhren nach Fürstenried nach Hause, wo wir gegen 19:00h eintrafen. Meist ging es früh zu Bett, wenn ich nicht noch schnell bei Herbert vorbeischaute, denn oft hieß „Bub geh ins Bett, um drei ist die Nacht vorbei!“.
Die Menschen im Schlachthof, ob in den großen Verkaufshallen oder später bei den Lohnschlächtern waren mir alle sympathisch, zwar grob und direkt, aber eben nicht linkisch und hinterhältig.

Um es ganz klar zu formulieren: Das Metzgerhandwerk ist ein ehrenwertes! Später war ich LKW- und Bierfahrer und ab 1984 begann ich meine Tätigkeit bei einer oberen Bundesbehörde. Dort arbeitete ich in verschiedenen Abteilungen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Doch keine dieser Tätigkeiten erfüllte mich annähernd so, wie es die 5 Jahre Metzger taten.

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