Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K03-11 - Max und die Magiemp3

Vorwort
Der nachfolgende Text stammt nicht von mir, sondern von Max, denn ich habe keinerlei Erinnerung mehr an diese obskuren Vorgänge. Und mal ganz ehrlich: Würde MIR irgendjemand derartige Boshaftigkeiten zutrauen. Na also, ich auch nicht!
Aber da Max ein ehrlicher, grundsolider Mann ist, will ich mal meine Zweifel beiseite stellen und auf seine Erinnerungen vertrauen und wünsche euch viel Spaß beim Lesen von „Max und die Magie“.

Gott sei Dank bin ich nicht nachtragend und lebensbejahend. Das muss man auch sein, wenn man unfreiwillig in eine Familie eingeheiratet wird, dessen „Jüngster“ Spross der Fürstenrieder Unterwelt angehört. Aber Peter hatte und hat auch seine guten Seiten.
Sehr beeindruckt hat er mich als vierjähriger Knirps mit seinen Zauberkunststücken. Da war der Trick mit den Münzen. Er rieb vor versammelter Familie ein 10 Pfenning Stück am Körper. Auf magische Weise verschwand es. Und noch faszinierender war, dass es anderen Orts auftauchte. Völlig verblüfft forderte ich eine Zugabe. Nachdem er den Zauber ein drittes Mal wiederholt hatte, funktionierte er nicht mehr. Peter meinte, dass dieser Trick sehr anstrengend ist und seine Kraft nur für drei Vorführungen reicht.

Sein größter und für mich wertvollster Trick war der mit Schokolade. Wir wohnten damals im Erdgeschoß, aber eigentlich war es Hochparterre. Somit hatten wir keine Terrasse, sondern einen Balkon. Auf diesem zeigte mir Peter den Trick mit dem magischen Eimer an der Schnur. Er hat einen Eimer an eine Schnur gebunden und diesem unter beschwörendem Gemurmel die Brüstung heruntergelassen. Als er den Eimer wieder nach oben zog, lag eine Tafel Schokolade im Eimer. Welch ein Wahnsinn! Natürlich wollte ich dass Peter ihn wiederholt. Dabei schaute ich genau hin, was unten mit dem Eimer geschah, konnte jedoch nichts Verdächtiges entdecken. Auch diesmal konnte Peter nur Kraft für drei Schokoladentafeln aufbringen.
Außerdem bezeichnete er mich als Vielfraß, als ich eine vierte Schokoladentafel forderte. Als jedoch nach 3 Minuten Herbert Lohmeier klingelte, war mir klar, dass hier Herbert-Magie am Werk gewesen war. Zu meiner Ernüchterung hielt mir Peter dann vor Herbert einen Vortrag über soziales Verhalten und dass es großes Unglück bringt, wenn man solche magischen Geschenke nicht teilt. Somit gab es für mich doch „nur“ eine Tafel meines damaligen und - ja Peter - auch heutigen Lieblingsnahrungsmittels.

Mit Speck fängt man Mäuse und den kleinen Maxi mit Schokolade. Es war an einem schönen Tag im April 1977. Mir war nicht klar, dass es der erste April war und die Sitten und Gebräuche waren mir als wahrheitsliebenden und gutgläubigen Menschen um dieses Datum fremd. Peter kam auf mich zu und meinte, er hätte gerade die Schrott Oma vom Einkaufen kommen sehen und er soll mir ausrichten, dass ich mir bei ihr IM ZWEITEN STOCK – mir war es bis dato unbegreiflich, wie man vom Garten in den zweiten Stock kommt, ohne im ersten Stock eine Rast einzulegen – eine Tafel Schokolade abholen darf.
In rekordverdächtigen zwei Minuten stürzte ich hinauf und war umso verwunderter, als Oma sagte, sie wäre noch nicht beim Einkaufen gewesen und Schokolade habe Sie auch keine. Wutentbrannt rannte ich in einer ähnlichen Zeit zurück zu Peter. Lachend entschuldigte er sich und versicherte mir, dass ich in dem von mir verhassten und gruseligem dunklem Keller von Oma eine Tafel finden würde. Natürlich war auch dort keine. Voller Hass und sehr lautstark kehrte ich zu Peter zurück, der mich – Achtung Regelmäßigkeit – ein drittes Mal zur Schokolade schickte. Dieses Mal zu seinem Kühlschrank im Gartenhaus. Dort befand sich logischer Weise ebenfalls keine Schokolade.

Das Wort HASS, traf den Gefühlszustand von mir gegenüber Peter nicht mehr im Geringsten. Ich tobte herum, da war dagegen das damals wohlbekannte HB-Männchen ein mit Valium betäubter Komapatient. Und das in einer Lautstärke, die die damaligen Sirenenübungen spielend übertraf. Ich hörte mich damals Dinge sagen wie: „Obgstocha kehrst“ Die bayerische Kurzform von: „Hoffentlich kommt mal einer mit einem Messer, der Dich von oben bis unten aufschlitzt.“ Damals war mir allerdings die Bedeutung dieses Satzes unbekannt. Das Wort „abstecha“ war, in Metzgerfamilien wie unserer, durchaus gebräuchlich. Ja, sorry Peter, das war im Affekt und eigentlich nicht so gemeint. Vielleicht hätte ich diesen Wunsch NICHT in mein Gute Nacht Gebet einschließen sollen. Aber wer kann denn ahnen, dass ein Messer später noch eine erhebliche Bedeutung bekommen sollte.

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