Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Der arme Max als mp3 hören?
Wie gesagt, es kam nicht nur eine neue Frau ins Haus, sondern mit im Boot befand sich auch noch ein dreijähriger Junge namens Maximilian, „da Maxi“. Nun, mir passte, auf dem Weg zum Vorstadtgangster, Max so gar nicht in den Kram.
Es war schon schlimm genug, dass mit Liane eine Aufsichtsperson permanent installiert wurde. Aber auch noch so ein Zwerg, der mich möglicherweise verpfeifen würde, das ging ja wohl gar nicht.

Schließlich begann ich gerade zu rauchen und manchmal nicht nur Zigaretten. Vater -obwohl selbst Raucher- verstand in dieser Sache bei mir keinen Spaß und wurde so richtig wütend, wenn er mich erwischte. Dazu ein kleiner Abstecher, weil es einfach nur witzig (im Nachhinein) war.
Mein Bruder Otto rauchte auch, nur leider wechselte der seine Marken, wie andere Leute ihre Unterwäsche. Lediglich an die Marke „Le Mans“ kann ich mich noch erinnern, während ich eigentlich Rothändle ohne Filter bevorzugte. Ich musste mich aber anpassen, denn sollten bei mir im Zimmer Zigaretten entdeckt werden, konnte ich auf Otto verweisen.

Otto mit seinen 20 Jahren war nahezu jeden Abend unterwegs. Ich ging in sein Zimmer, setzte mich auf sein Bett, zog die fetten Kopfhörer über, dröhnte mir die Ohren mit heftigen Hardrock zu und dann hieß es die Pobacken zukneifen und den Lungentorpedo reinziehen, bis es dir schwindlig wird.
Bei all meiner Klugheit machte ich an einem schönen, warmen Sommertag einen schweren Fehler. Prozedur wie oben beschrieben, Fenster weit geöffnet damit der Rauch nicht in die Wohnung zieht, und fleißig Luftgitarre spielen.
Urplötzlich stand, ohne dass ich es bemerkte, Vater mit in die Hüften gestemmten Fäusten hinter mir und brüllte rum. Der Schreck fuhr mir von der damals noch vorhandenen Haarpracht, bis in das entfernteste Hühnerauge. Warum ich aufflog? Ganz einfach, ich habe den Wind nicht mit ins Kalkül genommen.

Kräftig blies ich den Rauch aus Ottos Fenster, dieser machte die Biege in Form einer schönen Kurve und zog wie eine dicke Nebelschwade in das daneben liegende Wohnzimmer wieder ein. Ein Blick aus dem Fenster zeigte meinem Vater die Quelle des übelriechenden Nebels und er dürfte auch überrascht gewesen sein, denn schließlich war Otto ja gar nicht zuhause. Okay, das war das Ende mit cooler Musik, Luftgitarre und der Gute Nacht Zigarette in Ottos Zimmer.

Zurück zu Max. Also die Befürchtung, dass Max mich verpfeifen könnte war groß, denn Freitagnachmittag war ich mit ihm allein, Liane musste im Geschäft mithelfen. Manchmal hatte ich Besuch, doch meistens wollte ich raus und ins Freizeitheim. Bei der Fürsorge von Liane und Vater wäre ein Tsunami über mich hereingebrochen, wenn die erfahren hätten, dass ich Max ohne Aufsicht in der Wohnung lies.
Ich sperrte Max mit seinen 3, 4 Jahren in sein Zimmer und machte ihm klar, dass Verrat nicht geduldet wird. Ohne noch genaue Erinnerungen zu haben wie das ablief, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass ich ganz bestimmt nicht zimperlich in der Wahl der Mittel war, um ihn einzuschüchtern.
Heute tut mir das zutiefst leid, denn wenn es einen komplett Unschuldigen an den damaligen Ereignissen und Entwicklungen gab, dann war das Max. Ebenso weiß ich nicht mehr wie lange das so ging, es ist für mich echt erstaunlich wie viele Lücken in meinem Gedächtnis in der Zeit nach dem Tod meiner Mutter bis zum Beginn meiner Lehrzeit sind. Darkness there and nothing more!

Und da ich seit Kurzem von Max weiß, dass er meine Erinnerung liest UND hört und diese ihm nach seiner schriftlichen (grins, grins) Aussage sogar gefallen, sage ich auf diesem Weg für meine Übeltaten aus tiefstem Herzen: Sorry for that!

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Max und die Magie (Gastbeitrag)