Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Rudolf Schrott als mp3 hören?
Mein Stief-Opa hieß Rudolf Schrott, denn wie ich schon schrieb, wurde mein Vater unehelich geboren, deshalb mein Name Christerer. An meinen Stief-Großvater habe ich nur wenige und keine so guten Erinnerungen, aber mehr aus der Sicht eines Kindes.
Er war ein kleiner, stämmiger, sehr kräftiger Mann. Als ihn Oma kennenlernte war er wohl Vorarbeiter in einer großen Metzgerei und hatte mehr als 40 Metzger unter sich, erzählte zumindest Oma über ihn. Er war unglaublich sparsam, wenn nicht sogar geizig und sehr penibel bei der Arbeit.

In der „Parkstadt“ Solln, betrieb er eine Fleischerei auf einem großen Grundstück. Dort befand sich auch „mein“ Gartenhaus, in welchem ich von 1976 - 1981 wohnen durfte.
Weswegen ich ihn in meinen Erinnerungen überhaupt aufführe ist nur dem Umstand geschuldet, dass er neben Fleisch und Wurst auch „Steckerl“-Eis im Laden verkaufte. Dies wiederum hieß für mich, da ich an chronischem Geldmangel litt, jedes Mal große Überwindung mit dem Rad von Fürstenried West nach Solln (vielleicht 5 km) zu fahren, um Opa ein Eis abzuschwatzen. Denn bei Opa gab es nichts umsonst und das Eis musste sich erarbeitet werden.

Das bedeutete, Gartenarbeit, Hof kehren oder sein uralt Fahrrad zu putzen, bis es glänzte wie ein Schweinchenarsch. Einmal erinnere ich mich, habe ich mehr als 2 Stunden benötigt, die Speichen zu polieren, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Und wofür? Für ein Capri Wassereis zum Verkaufspreis von 30 Pfennige.
Nur selten konnte ich Herbert oder einen anderen Freund davon zu überzeugen, mich dorthin zu begleiten. Doch ein Gutes hatte es: Bei all meinen schlechten Eigenschaften, geizig bin ich nicht. Doch wer jetzt denkt, dass Herr Schrott ein einfältiger, arbeitsbesessener Mensch war, der täuscht sich gewaltig.

Nicht nur, dass er ein ziemliches Vermögen auch in Immobilien ansammelte, nööö er beherrschte neben Aktiengeschäften auch einige steuerliche Finanztricks. Das besagte Gartenhaus besaß einen Dachboden, in welchem neben Mäusen auch einige Aktenordner mit Geschäftsunterlagen zu finden waren. Als ich ein paar davon durchblätterte dachte ich mir, dass Opa bei den - neben andern horrenden -angegebenen Kühlhauskosten wohl gesamt München gekühlt hat.

Wie dem auch sei, ich denke 1974 erkrankte Opa plötzlich schwer und ich kann mich noch erinnern, dass es mit Oma deswegen Ärger gab, weil Vater seinen wohlverdienten Familienurlaub (siehe Beitrag Urlaub 1974) nicht absagte.
Ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich glaube Opa lebte noch als wir zurück kamen und verstarb kurze Zeit später, soweit ich mich erinnere an einem Krebsleiden im Krankenhaus.

R.I.P.Opa und bitte unterlasse es, den big chief da oben mit Steuertricks zu versorgen.

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