Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Religionslehrer Brummer als mp3 hören?
In Bayern war selbst in den 1970er Jahren trotz Woodstock, 68er Generation, Emanzipation, freie Liebe usw. eines unumstößlich: An oberster Stelle steht ganz klar mit weitem Vorsprung die CSU, gefolgt von der katholischen Kirche und erst dann der TSV 1860 München, die Löwen halt.
Somit war es nur logisch, dass wir selbst in der 8. Schulklasse noch Religionsunterricht hatten. Doch dieser Lehrer war eine ganz besondere Marke. Er hieß Brummer und nach meiner Erinnerung war er wie ein Brummer -> groß, kräftig und stämmig. Trotz beginnender Liberalisierung der Lehrmethoden und erster Versuche von antiautoritärer Erziehung war Herr Brummer eher ein Verfechter von konservativem Unterricht: Die Schüler haben still zu sitzen, den Finger zu heben um was zu sagen und 1. Gebot der Lehrer hat immer recht!

Für mich galt es jetzt zwei schwierige Probleme zu lösen.
1. Mein Vater legte -obwohl selbst kein Kirchgänger - wie schon mehrfach erwähnt ziemlich viel Wert auf eine gute Note in Religion.
2. Alle Jungs und einige ganz besonders stark waren deutlich mehr an Biologie anstatt Religion interessiert. Insbesondere was die Erforschung des weiblichen Körpers anbelangte.
Doch noch viel mehr als auf nicht schwätzen legte dieser alte Mann (55-60J) wie ein Geier sein Augenmerk auf strikte körperliche Trennung von Jungs und Mädels. Nur zur Vervollständigung sei erwähnt, dass Herr Brummer die Jahre 1933-1945 nicht als so schlimm empfand, wie sie immer dargestellt wurden.
Dennoch wollte Herr Brummer beweisen, dass er ein moderner Lehrer ist und brachte hin und wieder einen alten Diaprojektor (1974!) und ein uraltes Tonbandgerät der Marke Uher mit in den Unterricht. Zum ersten funktionierte meistens die Synchronisation nicht, also z. B: zeigte das Dia ein Bild von -bei strahlendem Sonnenschein - badenden Menschen und das Tonband gab von sich: „Wie jedes Jahr im Winter“….. und zum zweiten waren es irgendwelche Bilder aus der Nazi Zeit oder Kirchenangelegenheiten. Das hat nicht einmal den letzten Schnarchzapfen in der Klasse interessiert.

Einmal passierte allerdings etwas Dramatisches, leider wieder einmal mit mir in der Hauptrolle. Und das kam so: Herr Brummer brachte irgendeine langweilige Diashow mit und nervte uns schon vorab mit langatmigen Erklärungen. Der Zufall ergab, dass ich neben einer ganz besonders scharfen Braut saß und unser allerliebster Lehrer hegte vermutlich schon einen Verdacht.
Das einzig Schöne an diesen Vorträgen war die Dunkelheit im Raum. Urplötzlich und ich weiß nicht mehr wieso ich es bemerkte, oder ob ich gewarnt wurde, jedenfalls sah ich in den Augenwinkeln die monströse Gestalt von B. heraneilen. Er hatte etwas in seinen erhobenen Händen und war gerade im Begriff war, dieses Teil auf meinen Kopf landen zu lassen.
Geistesgegenwärtig drehte ich meinen Kopf zur Seite und hob um mich zu schützen, mit dem Ellenbogen nach oben meinen rechten Arm. Was folgte war ein lautes, krachendes Geräusch, mir schmerzte der Arm und der Deckel des Tonbandgerätes hatte über die gesamte Diagonale einen massiven Sprung. All das nur deswegen, weil dieser dämliche Mensch meine Hand unter der Bluse meiner Sitznachbarin und meine Zunge in ihrem Mund völlig falsch interpretierte.

Ürigens wurde von keiner Seite die Frage diskutiert (Rektor, Religionslehrer, ich) ob Herr Brummer evtl. überreagiert hat, nööö die Frage war ob meine Eltern oder ich für den Schaden an dem Deckel aufkommen sollten.
Das Hauptproblem mit der Note löste sich dafür ganz simpel: Ich (bzw. von mir zwangsverpflichtete Klassenkollegen) erledigte den Auftrag von B., 1500 Flyer mit CSU Werbung in Fürstenried zu verteilen, mit Bravour.
Das Equipment an dieser Schule war zudem nicht das Stabilste. So hatten wir ein super modernes Sprachlabor. Simple hohe Holzkabinen, links und rechts furnierte Sperrholzplatten, welche in der Mitte mit zwei Querbrettern für das Mischpult und zur Ablage für Unterlagen verbunden war. Geil war unser „Sprachlaborlehrer“, ein waschechter Texaner mit Faible für Hardrock.
Die ersten 15 Minuten gehörten Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep & co. Yep die Füße in die Ablage und den Kopf an die dahinter liegende Kabine lehnen, echt chillig. Wäre wohl auch ewig gut gegangen, hätte nicht irgendwann Rainer „Edi“ E. gemeint, mich ziemlich kräftig stoßen zu müssen. Bei dem Versuch zu verhindern mitsamt dem Stuhl umzukippen -was mir nicht gelang -, übte ich anscheinend ziemlich Druck auf die Ablage aus, und mit lautem Getöse brach das Ding samt Seitenwänden über mir zusammen.

Yooo ich bekam einen Zettel zum unterschreiben mit nach Hause gehen, auf diesem stand wortwörtlich: „Piter Christerer hat heute das Sprachlabor zerstört. Leider ist der Wisch auf unerklärliche Art und Weise verschwunden und der Texaner hat es wohl im Cannabis Rausch vergessen.

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Rudolf Schrott