Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K03-05 - Hohenwartmp3

In Hohenwart wohnte Tante Frieda, die Schwester meiner Mutter und meine Taufpatin, zusammen mit Onkel Walter und meinen Cousinen Gigi (Brigitte) und Moni, sowie meinen Cousins Rudi und Bernhard.
Ich weiß nicht mehr wie oft ich dort einen Teil der Sommerferien verbringen durfte, aber ein Aufenthalt ist mir gut in Erinnerung geblieben. Während Tante Frieda ein sehr warmherziger, gutmütiger Mensch war, hatte ich vor Onkel Walter ein kleinwenig „Angst“. Denn er führte ein strenges Regiment und war eher ein intellektueller Mensch, was auf mich nicht so sehr zutraf. Das alles aus Sicht eines Kindes, wie es sich wirklich gestaltete kann ich nicht beurteilen, dafür war ich zu weit weg.

Von jeher war ich mehr auf Rudi fixiert, obwohl ich die anderen drei gleichermaßen mochte. Aber Rudi entsprach am meisten meinem Naturell und hatte auch gute Kontakte zu Sepp Satzke der ganz in der Nähe, nur durch eine Straße getrennt, einen Bauernhof führte. Dazu unten mehr.

Das angrenzende Grundstück in Richtung Hauptstraße einschließlich Tankstelle, wurde von einer eher gewöhnungsbedürftigen Familie bewohnt. Soweit mir erinnerlich führten sie undurchsichtige, leicht verrückte Machenschaften aus, ich jedoch hatte ein Erlebnis der dritten Art mit diesen Leuten/Laden.

Eines Tages verspürte ich eine unheimliche Lust auf einen Negerkuss oder auch Mohrenkopf, so hieß es damals, beides Begriffe die heute meist nicht mehr verwendet werden. Jetzt heißt es politisch korrekt Schokokuss oder ironisch „Schaumkuss mit Migrationshintergrund“. Jedenfalls rannte ich zur Tankstelle, kaufte mir für 10 Pfennig so ein Teil und stopfte es in meiner bekannten Gier auf einmal in den Mund. Damals war die Lebensmittelindustrie noch weit entfernt davon, Süßigkeiten mit dem „Blub“ Effekt herzustellen.
Doch schon kurz nachdem meine Kiefer den Schokokuss zermalmt hatten, quirlte und prickelte es in meinem Mund, als hätte ich 3 Tütchen Brausepulver auf einmal rein geschüttet. Ich empfand das als außerordentlich suspekt und nach einer sehr kurzen Überlegungsphase, spuckte ich das Zeugs aus. Yep, zwischen Schaummasse und Schokoladenüberzug befand sich auch eine Handvoll Ameisen, welche das Teilchen von unten, durch die Oblate geentert hatten und ihren Zuckerbedarf stillen wollten.
Yooo das war das Ende der Liebe zu Schokoküssen und hatte den Vorteil, dass ich lernte bei derartigen Köstlichkeiten nicht mehr ganz so gierig zu sein.

Nun zum Bauer Satzke. Manchmal nahm mich Rudi in den frühen Abendstunden mit, wir saßen in der Stube und ich fand es einfach großartig. Meistens hatte ich als absolutes Stadtkind keine Ahnung, worüber sich Rudi und Sepp unterhielten. Ich mochte Sepp und auch Benno(?), den Hofhund, einen riesigen Neufundländer.
Ich denke Benno mochte mich auch, denn er legte sich hin und wieder zu meinen bzw. auf meine Füße und schlief dort. Das mochte ich weniger, denn a) hatte ich schon etwas Angst vor diesem Riesentier und b) vernahm ich bei der geringsten Bewegung meinerseits ein sehr tiefes, bedrohliches Brummen von unten, was mich augenblicklich zur absoluten Regungslosigkeit veranlasste.

Irgendwann bekam ich mit, dass der Sepp wohl Ärger mit Nachbarn oder wen auch immer hatte und diese Menschen ihn der wegen allem Möglichen, vielleicht sogar der Wilderei beschuldigten. So wurde ein Plan geschmiedet (ohne dass ich etwas mitbekommen habe) wie dieser Vorwurf ein für allemal aus der Welt geräumt werden konnte. Eines abends fragte mich Rudi, ob ich Lust hätte einen kleinen Ausflug auf dem Moped zu machen. Was für eine Frage?!? Mich verblüffte außerordentlich, dass Rudi ein Gerät zum Abfeuern irgendwelcher Krachmacher mitnahm und wir in ein Maisfeld nicht allzu weit vom Bauernhof fuhren.
Plötzlich blieb Rudi stehen, nahm das Ding und feuerte 2x in die Luft. Sofort verschwanden wir OHNE Licht und fuhren auf Umwegen zurück zum Bauernhof, aus der anderen Richtung kommend.

Klar gab es - wie gewünscht - wieder einen riesen Heckmeck und es wurden erneut Beschuldigungen gegen den Satzke Sepp vorgebracht. Doch das war wohl ein Eigentor. Denn Sepp hatte das beste Alibi überhaupt, er war zu dieser Zeit bei einer Stadtratssitzung (oder ähnlichem) und hatte genug honorige Zeugen. Was für ein Zufall aber auch ;-). Wie sich die Geschichte weiter entwickelte kann ich nicht sagen, für mich war es jedenfalls ein riiiichtig spannendes Abenteuer.

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