Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K03-04 - Der Abenteuerspielplatzmp3

Natürlich gehörte Anfang der 1970er im Sog der 68er Pazifisten und den Studentenunruhen neben vielen anderen Themen wie Vietnam (make love, not war), Emanzipation (freie Liebe für alle) auch wieder einmal (erste Ansätze gab es bereits seit 1920) die „antiautoritäre Erziehung“ zum neuen Zeitgeist.
Yooo schlaue Pädagogen oder andere Lebenskünstler dachten sich dann, die Grünfläche zwischen Waldfriedhof und Forst-Kasten-Allee eignet sich bestens für einen „Abenteuerspielplatz“ und schafften ein paar Holzbretter und anderes Material heran und die Kids durften sich frei entfalten.

Hahaha wir entfalteten uns, doch möglicherweise anders als sie die Verantwortlichen dachten. Ideal genau gegenüber vom Freizeitheim gelegen, allerdings keinerlei Aufsicht und er stand auch nachts zur Verfügung was weidlich genutzt wurde. Sodom und Gonorrhoe wie Else Kling sagen würde. Mit das Interessanteste für mich war jedoch, als ich feststellen musste, dass Karli A. nicht nur Mädels sondern auch Jungs für seine sexuellen Spielchen nutzte. Ziemlich krass für das -trotz sexueller Revolution - eher homophobe Bayern. Walter W. hieß sein Opfer, Opfer denn ich denke nicht, dass es ihm wirklich Spaß machte, aber viele Möglichkeiten hatte er nicht und er wollte einfach dazu gehören.
Auf Walter W. traf 100% zu was Ludwig Hirsch mal sang: „… Es gibt Kinder, die kommen ohne Schutzengel auf die Welt und der Sandmann streut ihnen Reisnägel in die Augen …“

Als Stützpunkt für unsere „Grüne Manderl“ Aktion war der Spielplatz allerdings optimal. Beim grünen Manderl handelte es sich um einen - im Nachhinein betrachtet sehr gefährlichen - Schabernack, der es in sich hatte. Basierend auf einer gruseligen Geisterbahnmaske mit langen weißen Haaren und einer riesigen Portion Kaltblütigkeit war der Zweck Passanten und später andere Gangs so riiiichtig zu erschrecken. Ideal war der Platz, weil wir die Vorgänge im Friedhof beobachten konnten und der Hauptstützpunkt, das Freizeitheim, einfach zu erreichen war.
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Manchmal war es dort so spannend, dass ich die Zeit vergas. Deshalb kam ich sogar zum WM Finale 1974 als Deutschland gegen Holland in München spielte nicht rechtzeitig nach Hause und verpasste das bis heute schnellste Finaltor einer Fußball WM. Nach 1,5 Minuten erzielten die Holländer per Foulelfmeter das 1:0. Mein Vater war stinksauer, dass ich zu spät kam und die Holländer führten. Glücklicherweise aus meiner Sicht gewannen die Deutschen am Ende 2:1 und die Welt war wieder in Ordnung.

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