Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Peter und die Realschule als mp3 hören?
Wie gesagt hatte 1971 bis auf die zwei beschriebenen Ereignisse in meiner Erinnerung wenig zu bieten und das Jahr 1972 begann ähnlich stabil. Und dennoch muss irgendetwas geschehen sein, urplötzlich schien sich mein schulisches Engagement zu bessern. So gut, dass nach Ende des 6. Schuljahres der Übertritt zur Otto-Hahn-Realschule bevorstand.

Im Nachhinein denke ich, dass es damals der Druck auf die Allgemeinschule war. In der Zeit war es einfach schick, wenn schon nicht aufs Gymnasium, dann zumindest auf die „Mittelschule“ zu gehen. In einigen Stadtteilen gab es gar keine Hauptschule mehr.
Für mich war es jedoch völlig unerheblich, denn bereits damals stand zu 100% fest, dass ich -im Gegensatz zu meinem Bruder Otto, der ihn zwangsweise ausübte- den Beruf meines Vaters, nämlich Metzger erlernen wollte. Wozu dann Realschule?
Also begab sich der „kloane Bäääda“ an die Otto-Hahn-Realschule an der Drygalksi Allee. Viel ist mir dazu nicht mehr erinnerlich, denn der Besuch war -wohl eher wegen meines Benehmens als wegen den Schulnoten- nur von kurzer Dauer.
Die Schulzeiten waren gewöhnungsbedürftig, nämlich 3x vormittags und 2x nachmittags. Dies führte dazu, dass ich häufiger bei meiner alten Schule an der Walliser Straße auftauchte und ziemlich üblen Schabernack trieb, denn „meine“ alte Klasse befand sich im alten Schulgebäude im Erdgeschoss.

Von den Mitschülern sind nur 3 erwähnenswert. Martin H, ein übles asoziales Subjekt und brutaler Schläger. Durch ihn lernte ich in einem extremen Faustkampf, dass es manchmal gut ist, sich nicht an die Regeln der Fairness zu halten. So verspürte er und nicht ich die Schmerzen. Er verstarb noch in jungen Jahren, ich vermute an einer Überdosis Heroin.

Dann war da Jirco B-K. Durch diesen Kerl kam ich zum ersten Mal mit „weichen“ Drogen in Form von Haschisch und Marihuana in Berührung. Auf dem Bild ist ein kleines Restaurant zu sehen. Das war in den siebziger Jahren eine „Teestube“. Im hinteren Bereich wurde allerdings gekifft was das Zeugs hielt. Nun in der Zeit von Hardrock und beginnenden Heavy / Death Metal war das völlig normal.

Last but not least befand sich zu meiner Freude Reinhold „Ritter“ N in der Klasse und natürlich saßen wir nebeneinander in der letzten Reihe und beschäftigten uns mit vielem, allerdings eher weniger mit schulischen Angelegenheiten.
Reinhold hatte manchmal etwas komisch anmutende Verhaltensweisen. So nahm er ein Lineal und Zirkel zur Hand und fabrizierte einen kleinen Spalt im Schultisch. Die Aufteilung war 2/3 zu einem 1/3. Dann gab er mir zu verstehen, dass die 2/3 sein Platz sind und sollte mein Ellenbogen auf „seinen“ Bereich kommen, würde er mir mit seinem „Totschläger“ (eine ca. 20cm lange mit Leder umwickelte runde Eisenstange von etwa 2cm Durchmesser) eine drüber ziehen.

Tatsächlich führte er diese für mich schmerzhafte Prozedur mehrfach aus. Schlagartig stoppte er diese Vorgehensweise als er urplötzlich, mit seinem Stuhl wippend, das Gleichgewicht verlor, sich auf dem Boden wiederfand und ich auf ihm saß. Dabei erklärte ich ihm, dass ich zwar keinen „Totschläger“ besitze, dafür aber ziemlich harte Fäuste.
Es kam, wie es kommen musste. Freundlich aber bestimmt wurde meinen Eltern mitgeteilt, dass der Besuch der Realschule noch etwas zu früh für mich kommt und ich es ja nächstes Jahr noch einmal probieren könnte. Ich denke nach all den Verweisen und Arresten in der kurzen Zeit, vermuteten meine Eltern ohnehin, dass dieses Experiment bald beendet sein dürfte.

Riiiichtig ungerecht empfand ich nur, dass Reinhold noch mit ins Skilager fahren durfte, bevor auch er wieder in der Walliser Schule auftauchte. Möglicherweise vermuteten die Lehrkräfte dass wir beide zusammen diese Schulveranstaltung in eine völlig andere Richtung führen würden als geplant und trafen dann einfach einen Losentscheid.

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Marianne Christerer