Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K02-04 - Das Jahr 1971 Teil 2mp3

Ob er uns gesehen hatte wussten wir nicht. Jedenfalls spielten sich in meinem Kopfkino beunruhigende Szenen ab was am Abend zuhause wohl geschehen würde. Möglicherweise war in meinem Unterbewusstsein der Berufswunsch „Stuntman“ vergraben und kam jetzt zum Vorschein. Blitzartig fasste ich den Entschluss in voller Fahrt vom Rad zu springen, neben dem Rad laufend dieses abzubremsen und es dann, was ja erlaubt war, zu schieben.

Yoooohhh hat bis auf eine winzige Kleinigkeit funktioniert! Leider vergaß ich dabei die am Lenker befindliche Gießkanne zu berücksichtigen. Diese verhinderte dass ich senkrecht auf dem Boden landete, sondern stattdessen in der Waagrechten mit voller Geschwindigkeit quer über den breiten mit scharfkantigen kleinen Kieselsteinchen ausgestatteten Weg schlitterte und irgendwann im Grünstreifen landete.

Was soll ich sagen? Es war eine äußerst schmerzhafte, horrormäßige Blut Show und die Fleischfetzen hingen an meinem Knie wie ein Türvorhang, der in 1000 Streifen geschnitten war. Wie ich (mit Rad!) heimgekommen und von Oma zur Hausärztin Dr. Paul gebracht wurde, weiß ich nicht mehr. Die Ärztin erkannte sofort den Ernst der Lage, versorgte mich notdürftig und ließ mich per Rettungswagen in die Haunersche Kinderklinik am Goethe Platz bringen.

Nach einer schwierigen Operation stand es sehr lange auf der Kippe, ob das Bein unterhalb des Knies zu retten sei oder ob amputiert werden musste. Glücklicherweise blieb mir das Bein, sowie ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt mit anschließenden 6 Wochen Gips zuhause und eine schöne rechtwinklige Narbe, welche das gesamte Knie überzieht.

Deshalb war ich an dem zweiten wichtigen Ereignis des Jahres 1971 (glücklicherweise) nicht beteiligt. An einem heißen Sommertag streiften Peter S, Günter und Reinhold (Ritter) N, Herbert L und Klaus E durch das Erweiterungsgelände im Waldfriedhof. Das war sehr groß, bestehend aus Wald und feldartigen Wiesen. Peter S zeigte das Kunststück wie er mit Daumen und Zeigefinger ein Streichholz an der Schachtel entzünden konnte und dieses im Salto brennend zu Boden fiel. Am Boden wurde dann das Feuer ausgetreten.

Irgendwann wollten die Jungs (besonders auf Druck von Peter S) das Feuer etwas größer werden lassen, bevor sie es löschten. Es kam wie es kommen musste! Das strohtrockene Gras geriet auf einmal so schnell in Brand, dass ein Löschen nicht mehr möglich war und breitete sich rasend schnell aus.
Klar gaben die 5 Gauner sofort Fersengeld und flüchteten Richtung Ausgang Tischler Straße. Das Feuer entwickelte sich so stark, dass die lodernden Flammen weithin zu sehen waren. Reinhold hielt - was mich im Nachhinein, da ich viel mit Reinhold erlebte, sehr erstaunt – einen LKW an und bat den Fahrer, dieser möge die Feuerwehr verständigen.

Jedenfalls war wohl das Aussehen und Auftreten von Reinhold so verdächtig, dass der LKW-Fahrer Reinhold festhielt bzw. seine Identität klärte. Das Feuer wuchs inzwischen zu einem Höllenfeuer heran und musste von einem Großaufgebot der Münchner Feuerwehr gelöscht werden. Klar war, dass die Familien der „Brandstifter“ für den Schaden aufkommen mussten und wie das untereinander geregelt wurde, ist mir nicht bekannt.

Fazit: Manchmal ist eine Knieverletzung nicht ausschließlich schlecht, denn normalerweise wäre ich bestimmt bei dieser Aktion mit im Boot gewesen.

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