Peter Alexander Christerer Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Das Jahr 1971 Teil 1 als mp3 hören?
Irgendwie muss das Jahr 1971 (neben einigen anderen) in meinem Oberstübchen besonders verdrahtet sein. Obwohl mir nur zwei außergewöhnliche Ereignisse gut erinnerlich sind. Nach dem unfassbar schrecklichen Ende, mit dem Tod von Wiggerl, des Jahres 1970, war der Beginn des Jahres 1971 selbst für einen 10 jährigen eher traurig zu nennen. Wiggerl fehlte mir einfach. Und ich muss auch noch mal zurück gehen, nämlich an den Tag der Beerdigung, denn was sich da ereignete prägte zum Teil auch meine Entwicklung und somit späteres Leben.

Vor der Aussegnungshalle befand sich ein Teich, sozusagen ein Biotop mit Fischen, Fröschen und Enten. Der überwiegende Teil war von Bäumen und Wiesen eingegrenzt, nur genau gegenüber der Halle war eine niedrige Steinmauer angebracht. Dort saß ich ziemlich traurig und beobachtete die unglaubliche Anzahl von Menschen, welche der Beerdigung von Wiggerl beiwohnen wollten.
Plötzlich gesellten sich der Werner Stoiber und der Wolfgang Kolbeck (oder auch Dappert) zu mir. Ich kannte beide gut, aber sie waren eben die Altersklasse von Wiggerl und somit ca. 3-4 Jahre älter als ich. Beide waren ziemliche Raufbolde (sie entwickelten sich weiter zu gefürchteten Schlägern) und sie sahen mich sehr ernst an und versprachen dann feierlich, dass die Clique beschlossen hatte mich als ihr Maskottchen trotz meines Alters aufzunehmen.
Ebenso hätte jeder geschworen mir zu helfen und mich zu beschützen, wenn es nötig sei. Natürlich relativierte sich das später, doch der harte Kern gehörte fortan zu meinen Freunden und das sollte später durchaus Auswirkungen haben.

Zurück zu 1971. Wiggerl wurde im Münchner Waldfriedhof neuer Teil bestattet. Dort befanden sich auch die Gräber der beiden noch nicht lange verstorbenen Tante Zenta und Onkel Hugo. Die Gräber mussten im Sommer gegossen werden. So blieb es nicht aus, dass ich mit dem Rad dorthin zu fahren hatte und ein paar Gießkannen Wasser verteilen sollte.
Immer den drohenden Zeigefinger der Eltern vor Augen, das Rad am Eingang stehen zu lassen, denn im Friedhof ist das Radfahren bei hoher Strafandrohung durch die Friedhofsleitung untersagt.
Ich fürchtete mehr den Zorn meines manchmal autoritären Vaters als die Strafe der Friedhofswächter, wollte aber keinesfalls den ganzen Weg zu Fuß gehen. Um es einmal ganz klar zu sagen: Auch wenn meine Eltern manchmal nach heutigen Maßstäben autoritär und streng waren und hin und wieder auch mal eine Ohrfeige verteilten, sie gaben mir genug Wärme und Zuneigung, so dass ich sie und natürlich auch Oma sehr liebte.

An einem heißen Sommertag musste ich nach Schule und Hausaufgaben wieder einmal die Gräber gießen und bat Stefan Schwab mich zu begleiten. So radelten wir zum Friedhof, „vergaßen“ wie immer die Räder abzustellen und fuhren mit hoher Geschwindigkeit über den sehr breiten Kiesweg Richtung Grabstätte von Wiggerl. Wir kamen mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit aus einer langgezogenen Kurve und das Drama begann wegen eines ca. 400m entfernt stehenden Friedhofwächters mit großer beeindruckender Schirmmütze.

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Das Jahr 1971 Teil 2