Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K02-02 - Herbert und die Beulemp3

Freizeitgestaltung war zu meiner Kindheit noch sehr kreativ und spielte sich nach Möglichkeit im Freien ab. Unser Revier war sehr groß und in den ersten Jahren hatten wir noch reichlich Felder und Baustellen zur Verfügung. Der wirkliche Großteil der Siedlung wurde von 1968 – 1974 erbaut. Der Wald jenseits der Forst-Kasten-Allee gehörte ebenso zu großen Teilen den „Fürstenried Westlern“, die Neurieder und Großhadener wurden nicht ernst genommen.
Nach der Schule ging es nach Hause, es wurde gegessen und Hausaufgaben erledigt. Oma war hier doch eher streng. Danach ging es nach draußen und irgendeinen Hawara traf man schon. Handy und so ein Zeugs gab es nicht, deshalb wurden Vereinbarungen meist in der Schule getroffen oder man ging zu seinem Freund. Oft antwortete die Mutter auf die Frage ob der oder der raus darf mit strengem Blick und fester Stimme: „Dass iHerbert und die Beulehr mir ja nichts anstellt!“.
So oder so ähnlich wird es wohl gewesen sein, als Herbert und ich im näheren Umfeld unserer Wohnung unterwegs waren um mit unseren Erbsenpistolen eine kleine Schlacht auszutragen. Erbsenpistolen waren kleine Pistolen welche ursprünglich mit silbernen Kügelchen gefüllt wurden, die aber käuflich erworben werden mussten. Chronisch knapp bei Kasse stahlen wir lieber Erbsen aus dem Vorratsschrank oder im Kaufhaus (shame on me!), manchmal nahmen wir auch kleine Vogelbeeren, welche hässliche gelbe Flecken auf der Kleidung verursachten.

Herbert wollte es dieses Mal besonders gut machen und mich vernichtend schlagen. Zu diesem Zweck kletterte er auf eines der Garagendächer in der Glarus Straße. Er vermutete mich zu Recht im Bereich der Garagen oder in den gegenüberliegenden Hecken. Er schlich sich leise rückwärtsgehend in Richtung Tessiner Straße, natürlich jederzeit bereit eine Salve Erbsen auf mich abzufeuern, falls ich in seinen Blickwinkel kommen sollte.

Guter Plan, nur zwei ganz entscheidende Fehler machte Herbert! Er unterschätzte seine Standfestigkeit auf einem schrägen Dach und vergaß zudem, dass das Dach irgendwann zu Ende war. Als er es bemerkte war es zu spät! Er fiel rücklings aus ca. 2,8m Höhe vom Dach in den Innenhof und hatte unglaubliches Glück. Herr Steinacher hatte seinen schweineteureren Opel Admiral nicht in die Garage gefahren, sondern genau davor geparkt.

Mit einem gewaltigen Bums und dementsprechenden Lärm krachte Herbert auf die Motorhaube des Kfz. Diese hatte sogleich eine tiefe Delle und Herbert eine große Beule am Kopf. Was dann geschah war Routine. Was machte Peter? Riiiiiiichtig Lärm bedeutet Flucht, weglaufen. Was machte Herbert? Riiiiiiichtig nach Hause gehen und ab ins Bett. Was machte Herr Steinacher? Riiiiiiichtig zu Lohmeiers gehen und sich den Schaden bezahlen lassen. Doch ich denke inzwischen hatten alle Familienoberhäupter für ihre Sprösslinge Haftpflichtversicherungen abgeschlossen.

Fazit: 1. Glück gehabt! Ein Sturz aus dieser Höhe auf den harten Asphalt hätte wahrscheinlich deutlich schlimmere Auswirkungen auf Herberts Gesundheit gehabt. 2. Selbst danach verstand Herbert immer noch nicht, dass es keine gute Idee ist, sich mit mir anzulegen.

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