Erinnerungen von Peter Alexander Christerer

Peter Alexander Christerer


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Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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#K01-03 - Onkel Hugo und der Auszug mp3

Tante Zenta war mir und ich denke auch meinem Bruder Wiggerl (Ludwig) sehr unheimlich. Sie roch „muffig“ und trug immer eher schäbige, alte Kleidung, war wohl auch sehr geizig und bevorratete sich bei solchen Besuchen immer mit Lebensmittel aus dem Hause Christerer. Wie so oft kann das täuschen, sie war eine durchaus vermögende Person.
So hat sie u.a. in ihrem Testament verfügt, dass 1200 DM (war viel Geld damals) zur Korrektur meiner vorstehenden Zähne im Oberkiefer verwendet werden sollten. Warum meine Eltern das nicht taten, weiß ich nicht. Wahrscheinlich hätte mir das später viel Spott und die Spitznamen „Hase, Hasenzahn“ erspart.

Das absolute Highlight war allerdings ein Weihnachtsgeschenk von Onkel Hugo. Ein großes Feuerwehrauto, mit Blaulicht und Sirene, Feuerwehrleuten und einem funktionierenden Löschtank! Nun nachdem die Feiertage vorüber und alle im Alltag zurück waren, kam meine Zeit. Ich wollte einmal als Held dar stehen und die Familie, ach was, das ganze Haus retten. Also brach in meiner Phantasie ein großer Zimmerbrand in unserem Wohnzimmer aus und ich war zur Stelle! Yooo ich löschte eine komplette Wandseite auf ungefähr 50cm Höhe. Was ein kleiner Junge nicht wissen konnte, war, dass sich Tapeten ablösen können. Und ich muss gestehen, so richtig schick sah es anschließend nicht mehr aus im Wohnzimmer.
Das war das Ende meines Feuerwehrwagens und für Onkel Hugo die strenge Auflage von derartigen Geschenken künftig Abstand zu nehmen.

Eine wirkliche Katastrophe passierte als irgendwann 1966 Onkel Hugo aus unserer Wohnung auszog und eine eigene in der Appenzeller Straße bezog. Wir wohnten in der Tessiner Straße 163 und es war nicht wirklich weit weg. Doch für einen kleinen Jungen nahezu unerreichbar! Klar war es erforderlich, denn Otto war schon 13 Jahre alt und zu dritt in einem Zimmer war nicht wirklich prickelnd.
Ebenso klar war, dass sich die Besuche verringerten und somit einfach ein schwerer Einschnitt im Leben eines 6-jährigen geschah. Insbesondere als 1966 auch die verhasste Schule für mich begann und Onkel Hugo sicher eine zumindest moralische Unterstützung gewesen wäre.

So richtig glücklich mit diesen Umständen, denke ich, war wohl niemand so recht. Und als Onkel Hugo im Jahr 1967 mit nur 36 Jahren verstarb, woran weiß ich nicht mehr, war wohl evtl. auch eine Portion gebrochenen Herzens dabei. R.I.P. Onkel Hugo, vielleicht treffen wir uns ja irgendwann im Nirwana wieder.

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