Peter Alexander Christerer
Erinnerungen

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Urlaub mit Herbert


Die große Freiheit bedeutete auch zu verreisen, die „große weite Welt“ erobern. Also beschlossen Herbert und ich im Jahr 1979 zuerst London auf einen Kurztrip zu besuchen, um dann im Sommer eine größere Rundreise mit der blauen Wurst zu unternehmen. Im Gegensatz zu heute waren die Flüge noch richtig teuer, dafür war London noch erschwinglich. Wir buchten eine 4 Tages Reise mit 3 Übernachtungen.
London verlief „eigentlich“ unspektakulär. Piccadilly, Madame Tussauds (damals noch exklusiv) etc. und viiiiel Gin. Bin mir sicher, dass Herbert im Gegensatz zu mir noch eine Reihe Fotos von der Reise hat, nur rückt sie der alte Sack nicht raus. :-)

Natürlich standen auch Spielcasinos auf dem Plan und ein einarmiger Bandit hat meine Reisekasse fast allein vernichtet. Man warf eine Münze ein und mehrere Schieber, schoben im Gerät befindliche Münzen nach vorne und irgendwann sollte dann eine Menge davon „abstürzen“ und ausgezahlt werden. Leider passierte der Absturz nur bei mir im Geldbeutel.

Uneigentlich war der Rückflug. „Bewaffnet“ mit damals supermodernen, hippen Spiegeln auf denen irgendwelche Bilder aufgemalt waren und die keinen Platz im Handgepäck fanden, saßen wir ziemlich beengt mit großen Spiegeln auf unseren Sitzen. Was dann kam war der Horror pur.
In meinem bisherigen Leben flog ich in Maschinen, da musste ich den Kopf einziehen, weil sie so klein waren. Auf dem Flug nach Afghanistan saß ich in der Businessclass auf einer Art Sofa, leider war nur noch eine von 4 Schrauben der Sitzbefestigung intakt, in jeder Kurve fuhr ich Karussell und die Airline hatte aus Sicherheitsgründen keine Landeerlaubnis in Europa. Doch der Rückflug aus London hatte nicht mehr das Stadium „spannend“, nööö das war „schneidig“.

Wir gerieten in derart heftige Turbulenzen, dass das Flugzeug rauf und runter und nach links und rechts driftete, wie ein Kuhschwanz im Orkan. Selbst der Pilot konnte keinen beruhigenden Klang in seine Stimme bringen, als er die Passagiere mehrfach zu beruhigen versuchte. Ich glaube wenn er angefangen hätte zu sagen, bitte sprechen sie mir nach: „Vater unser im Himmel….“ hätten Herbert und ich die Spiegel als Fallschirme benutzt und wären mal kurz ausgestiegen.

Naja ging ja alles gut und wir begannen ad hoc mit den Plänen für die Sommerreise. Ursprünglich war nur ein Aufenthalt auf einem Camping Platz am Gardasee gedacht. Als Zelt sollte der Kofferraum vom Kombi dienen und so hätten wir den See umkreist. Doch dann entwickelte sich ein richtig guter Plan. Wir wollten unbedingt zum Wiener Prater, dann auf Empfehlung vom Vater des Rainer E. an der österreichisch-ungarischen Grenze entlang, weil es da „so hervorragende Speckknödel“ geben sollte, dann über Triest (haben wir nicht gefunden oder Geldmangel für Benzin) nach Venedig. Von Venedig zum Gardasee und dann über den Brenner wieder heim.



Liebe Lesergemeinschaft, jetzt habe ich soeben beschlossen, dass es für ein paar meiner öfter mal nicht ganz gewöhnlichen Urlaubsreisen, einen Sonderteil in meinem „Erinnerungsbuch“ geben wird.
Es werden nicht viele Berichte, aber dafür etwas umfangreicher und nach Möglichkeit (Herbert schick mir endlich FOTOS!) mit mehr Bildern versehen.

Hier noch die Kurzform unserer Autotour. Wir starteten an einem sonnigen Tag in München und begaben uns direkt auf die Autobahn München / Salzburg / Wien. Beim Tankstopp in Salzburg hatten wir das erste Erlebnis der 3. Art, zumindest was den Ölstand anbelangte. Kein Problem! Weiterfahrt nach Wien zum Prater. Dort gab es einen Zwischenfall mit einer „Dame des leichten Gewerbes“ -die Geschichte kennen meine Freunde längst- welche dafür sorgte, dass seither weit mehr als der österreichische, mehr als der bayrische, der Weaner Dialekt mein absoluter Favorit ist. Ob wir dann die ungarische Grenze entlang fuhren glaube ich eher nicht, auch kann ich mich erinnern, dort Speckknödel gegessen zu haben. Sehr gut erinnern kann ich mich an eine fürchterlich wütende und angriffslustige Dorfjugend, inklusive Flucht in der Dunkelheit. Dann ging es weiter nach Italien. Warum wir nicht nach Triest gekommen sind, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls hatten wir in der Nähe von Udine bei einer Übernachtung ziemlichen Dusel.
Venedig - na ja! Gardasee war Klasse (trotz des unkameradschaftlichen Verhaltens von Herbert, hätte mir aber seit der Kühlschrankaktion klar sein müssen :-)) ) . und dann ging es auch schon wieder heim. Es war ein Superurlaub! Trotz der zwei Autounfälle, bei einem behaupte ich nach wie unschuldig zu sein und beim anderen trägt Herbert einen ganz großen Teil der Verantwortung. Ausführlich hier.

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