Peter Alexander Christerer - Erinnerungen

Widmung

Dieses Buch ist jemanden gewidmet, den ich von ganzen Herzen liebe und achte. Noch nie wurde ich von diesem Menschen im Stich gelassen oder gekränkt.

Dieses Buch ist mir gewidmet.

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Inhaltsverzeichnis Zuletzt aktualisiert: K05 Die neue Wohnung Teil 1 Tagebuch Genussbayer

Ein bedeutender Tag

Der 10. April 1960 war aus mehreren Gründen ein bedeutender Tag: Auf der 7. Deutschen Camping-Ausstellung in Essen wird mitgeteilt, dass eine wesentlich gestiegene Nachfrage für Wohnwagen zu verzeichnen ist; es herrscht im Norden Deutschlands die größte Trockenperiode seit Menschengedenken; es ist Palmsonntag, es ist Vollmond und ich wurde als 3. Sohn von Marianne Christerer, geb. Reichardt und Otto Christerer, wohnhaft in der Hochbrückenstraße 8 im Tal, also direkt neben dem Münchner Marienplatz, um 22:25h geboren.

Naturgemäß habe ich an die ersten Jahre wenig Erinnerung. An der Ahnenforschung, sprich Historie unserer Familie war und bin ich nicht sonderlich interessiert, insbesondere da außer meinem um 7 Jahre älteren Bruder Otto alle meine älteren direkten Verwandten bereits verstorben sind.
Gut erinnern kann ich mich noch an Luise „Reichardt“ Oma, welche bis zu meinem 13. Lebensjahr eine bedeutende Rolle eingenommen hat. Und an die „Schrott“ Großeltern, wobei Opa eigentlich mein Stiefopa war. Die sehr lebenslustige Maria „Schrott“ Oma gebar ZWEI uneheliche Kinder, darunter meinen Vater Otto. Deshalb mein Name CHRISTERER, entsprechend dem Geburtsnamen meiner Oma. Und mal ehrlich: Christerer klingt doch eh viel schöner als Schrott!

Reichardt Oma war Jahrgang 1899 und ihr Mann Friedrich verstarb wohl während des 2. Weltkrieges. Schrott Oma war Jahrgang 1901 und beide Elternteile von mir wurden 1931 geboren. Mein „echter“ Großvater war zumindest vor ein paar Jahren noch am Leben, ich lernte ihn jedoch nie kennen. Als ich Oma -die zudem streng katholisch erzogen wurde und sehr die Regeln der Kirche beachtete- einmal fragte warum sie denn keinen der Erzeuger ihrer Kinder heiratete, schließlich war ein uneheliches Kind zur damaligen Zeit ja eine große Schande, antwortete sie: „Weißt du Peter, der hat immer zu mir gesagt: „Maria wenn sich zwei Herzen lieben, dann ist auch in der kleinsten Hütte Platz für sie. Doch ich wollte doch schon immer ein großes Haus besitzen“.
Damit wollte sie wohl andeuten, dass sie nicht überzeugt war, dass der Vater ihrer Kinder eine Familie ernähren könnte.

Nachträgliche Korrektur:
Dankenswerterweise fertigte mein Bruder Otto die nachfolgende Zeichnung an, um zu zeigen wie die Wohnverhältnisse damals waren. Und selbst wenn unser Vater oft nur am Wochenende hier wohnte, war es ohne besonders empfindlich sein zu wollen, für 6 / 7 Personen schon etwas beengt, meine ich.

Offensichtlich waren die Platzverhältnisse in der Hochbrücken Straße etwas beengt, denn 1963 bezogen wir eine 5 Zimmer Wohnung einer Neubausiedlung in Fürstenried West. Diese Wohnhäuser waren öffentlich gefördert und hatten eine soziale Mietpreisbindung.
Heutzutage erscheinen 5 Zimmer riesig und unbezahlbar, die zweite Eigenschaft könnte stimmen, aber die erste relativiert sich, wenn man bedenkt, dass neben den Eltern mit drei Kindern auch noch Reichardt Oma und Onkel Hugo -der Bruder meiner Mutter- mit einzogen.
Somit war völlig logisch, dass die drei Buben im Alter von Otto „Burschi“ 10, Ludwig „Wiggerl“ 7 und Peter 3 in einem Zimmer untergebracht wurden. 1963 waren die Babyboomer noch aktiv und 3 Kinder pro Familie war der Standard.
Auch damals gab es Ausnahmen von der Regel und „unser“ Hauseingang war auf der linken Seite mit den eher kinderarmen Familien bestückt, als da von EG bis 3.OG mit je einem Kind die Familien Uebler, Grill, Brandner und Pietsch (2K) wohnten.
Die rechte Seite von EG bis 3.OG war mit Christerer (3K), Michelet (2K), Schwab (3K) und Voit (7K) besetzt. Benno das Kind von Pietsch war schwerstbehindert und somit nicht involviert, die restlichen 19 Kinder reichten allemal um ordentlich Rabatz zu schlagen.

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Onkel Hugo der Spaßvogel